Gestalterisches Grundkonzept

Die Grundkonzeption für die Gestaltung der z o t t e r Linie, die Gratze schuf, war ebenso schlicht wie smart. Er setzte einen prägnanten schwarzen Rahmen mit Logo-Schriftzug als Wiedererkennungsmerkmal. Darin platzierte er ein Bildfeld, das ständig neu bespielt werden konnte und somit die Wahrnehmung und grundsätzlich die Aufmerksamkeit auf sich zog. Das freie Motivfeld bietet grenzenlose Gestaltungsfreiheit. Dadurch war auch dem Wachstum des  z o t t e r Sortiments, das mittlerweile an die 180 Produkte umfasst, keine gestalterische Grenze gesetzt.

Noch bevor man ahnte, dass die Kunstszene die Malerei wieder entdecken würde, setzte Andreas h. Gratze ebendiese als Bildsprache der Werbung ein. Das Besondere an der Zotter-Linie ist, dass hier eine schiere Fülle an unterschiedlichen Stilen und Stilmitteln zum Ausdruck kommt. Die stilistische Freiheit und der Spieltrieb im Umgang mit unterschiedlichsten Formsprachen, zeichnet einen Künstler aus, und doch bekommt man selten das OEuvre eines Künstlers in seiner Gänze so deutlich vor Augen wie im Falle dieses Sortiments. Zumeist stehen die Käufer auch ganz ungläubig davor, und fragen fünfmal, ob das wirklich alles von ein und dem selben Künstler stammt. Jede Bildidee wird tatsächlich neu geschöpft. Von Josef Zotters Seite aus gibt es keinerlei Vorgaben. Gratze wählt die Stilmittel, die Ausdrucksweise, die Farb- und Formgebung, die am ehesten für ihn mit dem Geschmacksbild der Schokolade korrespondieren. Wobei diese Korrespondenz, nicht die Abbildung der Inhaltsstoffe meint, sondern die bildliche Erfassung des Geschmacksspektrums, das auf einer komplexen Aromenstruktur beruht. Für diese synergetische Übertragung kommt Gratze auch seine „handfeste“ Ausbildung zum Koch-Kellner zugute. Auch wenn er diesen Berufsweg gleich an den Nagel hängte, weiß er um alle kulinarischen Kniffe und kennt die exotischsten Rohstoffe. Sein gestalterischer Anspruch zielt darauf, jeder Sorte ihren ureigenen Charakter zu verleihen oder das Porträt ihres Geschmacks zu schaffen. Diese Bildwerdung des Geschmacks rettet die Schokoladen aus ihrer Vergänglichkeit oder Essbarkeit und leitet sie über die Zeit hinaus. Was durch die z o t t e r Linie sehr stark zum Ausdruck gebracht wird, ist das Zusammenspiel von Individualität und Vielfalt. Die Betonung der Individualität und des ureigenen Charakters formt sich in der Serie oder im Prozess der Vielfalt. Beide Positionen werden stark gemacht und auch als übergreifendes Denkmodell oder Gesellschaftsbild postuliert.

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