Zotter Schokoladen Manufaktur

Weltenwanderer Gregor Sieböck unterwegs mit Zotterschokolade

23. Professionelle Schokolade

23. Professionelle Schokolade

Die Zotterschokoladen waren zur Neige gegangen, denn im fernen Patagonien war Nachschub schwer zu erhalten gewesen. So trat ich in den winzigen Supermercado Patagonia und suchte nach einer Schoki. Ich fand eine große Tafel: Ein Kilogramm Chocolate Professionnal von Ambrosoli – da ich ja ein professioneller Schokotester bin, dachte ich mir, greife ich am besten zur professionellen Ambrosoliedition. Voller Vorfreude packte ich sie Tage später nach einem anstrengenden Marsch über den Exploradores Gletscher aus und kostete ein Stück: Süß, sehr süß; bis ich feststellte, dass der Hauptbestandteil dieser „Bitterschokolade“ Zucker war. Am Ende verschenkte ich einen Großteil der Schoki, denn die Chilenen lieben süße Schokolade und freute mich sehnlichst auf den Zotternachschub!

24. Mango Lassi am Gletscher

24. Mango Lassi am Gletscher

Die erste Zotterschokolade nach einer laaaaaaangen Pause im fernen Patagonien. Noemi und Romeo zwei liebe Freunde haben sie aus Österreich mitgenommen. Wir reisten einige Wochen zusammen durch Patagonien und unsere erste Wanderung führte uns zu einem Gletschersee hinauf. Zuerst durchquerten wir die Bosque encantado, den verwunschenen Wald, einen magisch schönen Urwald und nach einem längeren Aufstieg kamen wir am Gletscher an. Was passt da besser zum ewigen Eis als Mango Lassi und in den letzten Sonnenstrahlen genossen wir diese köstliche Tafel Schokolade.

25. Alerceschokolade -Tausend Blätter

25. Alerceschokolade -Tausend Blätter

Wir kehrten in den Pumalinpark zurück und neben einem tausende Jahre alten Alercebaum gab’s Tausend Blätter Nougat. Es ist unbeschreiblich neben einem so alten Baum zu stehen, ein wahrlich großes Geschenk in meinem Leben, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Vieles wird relativ: Zeit. Was ist schon Zeit, und warum sind wir überhaupt immer in Eile? Die Ewigkeit, was bedeutet überhaupt ewig, wenn ich mir nicht einmal vorstellen kann wie es hier in Patagonien ausgesehen hat als der Baum vor 3000 aus der Erde gesprossen ist? Ich nehme mir insgeheim vor, langsamer zu werden in meinem Leben, dazwischen immer wieder innezuhalten: so wie es auch der Quantenphysiker Amit Goswami vorschlägt: handeln, sein, handeln, sein, handeln, sein,…während wir doch allzu oft auf das SEIN vergessen. Einfach nur still sitzen, neben einem alten Baum, an einem Fluss, auf den Himmel hinaufschauen und tief durchatmen und sich bewusst werden, dass genug Zeit da ist; genug, um nicht immerzu in Eile zu sein.

26. Caleta Gonzalo

26. Caleta Gonzalo

Caleta Gonzalo am Fjordo Reñihue ist für mich einer der magischsten Orte auf diesem Planeten. Inmitten des Parque Pumalin und umgeben von ausgedehnten Urwäldern auf der einen und dem Meer auf der anderen Seite erstreckt sich dieser Flecken Paradies: ein Biobauernhof, ein Campingplatz, ein nettes Restaurant mit einen offenen Kamin und einige wenige, sehr gemütliche Hütten mit Blick auf den Fjord. Marcello und Kati arbeiten hier als Parkaufseher und seit unserem ersten Besuch vor einige Wochen sind sie Zotteraficcionados – daher erwarteten sie bereits unsere Wiederkehr und eine gute Tafel Zotter, die wir am Ufer des Meeres teilten – Schokobiene für die kleine Jose, sie war begeistert!

27. Süßwein und Sonnenschwein1

27. Süßwein und Sonnenschwein-I

Ich bin seit 18 Jahren Vegetarier, daher dachte ich ursprünglich daran die Süßweinschoki auf meiner Reise zu verschenken, aber wie so vieles im Leben kam auch das ganz anders. Wir hatten den falschen Weg eingeschlagen und so klopfte ich eines Abends an die Tür eines Hauses inmitten des Waldes. Eva öffnete die Tür und nachdem sie hörte, dass wir alle vier aus Österreich kamen, rief sie ihrem Mann: Erhart war deutscher Abstammung und voller Freude, dass wir bei ihm vorbeikamen. Er zeigte uns einen netten Platz im Garten wo wir unser Zelt aufstellen konnten und dann sollten wir noch auf einen Cafecito vorbeikommen; doch Cafecito in Patagonien ist selten ein Kaffee alleine und als wir nach einer Weile ins Haus zurückkehrten war bereits alles aufgetischt: vor allem Wurst, Speck, Brot und einige Gläser Essiggurken.

27. Süßwein und Sonnenschwein2

27. Süßwein und Sonnenschwein-II

Erhart war Fleischermeister wie sich alsbald herausstellte und wir vier (Margit, Noemi, Romeo und ich) saßen nun schön in der Soße, denn wir waren alle vier Vegetarier. Was sollten wir tun? Die Gastfreundschaft einfach ausschlagen, das kam nicht in Frage und so sprangen wir alle vier über unseren Schatten und langten zu. Der erste Speck seit 18 Jahren! Was soll’s.  Schließlich holte Erhart auch noch Fernet und Martini heraus und mischte aus beiden Getränken für alle einen Cocktail. Auf Noemis Frage, ob er dieses Getränk öfter habe, meinte er lachend: nein es sei auch für ihn das erste Mal! Da war es nun an uns Erhart und Eva zu überraschen und ich holte die „Süßwein und das Sonnenschwein“ heraus: nun war für heute das Vegetariersein auch schon egal.

27. Süßwein und Sonnenschwein3

27. Süßwein und Sonnenschwein-III

Doch ich werde den Blick von Eva nie vergessen als ich übersetzte, welche Köstlichkeiten die Schoki enthielt. Bei den Grammeln verdrehte sie die Augen (siehe Foto 1)! Doch nach der ersten Kostprobe waren alle hellauf begeistert und Erhart meinte, er würde gleich ein Tonne „Süßwein und Sonnenschwein“ in Bergl bestellen und in seiner Fleischerei in Viña del Mar verkaufen. Ein unvergesslicher Abend für uns alle…und vielleicht kommt ja wirklich mal eine Bestellung von einem Fleischerladen in Chile nach Bergl, wer weiß?!

28. Marianne und die Schoki

28. Marianne und die Schoki

Marianne wartete auch bereits sehnlichst auf unsere Ankunft an der Confluencia des Rio Baker. Bereits Wochen vorher hatten wir eine Tafel Zotter geteilt und ihr versprochen, auf dem Weg in den Süden wieder mit Romeo und Noemi vorbeizukommen. Ich breitete alle Tafeln Schokolade, die wir mit dabei hatten vor ihr aus und sie wählte ganz verzaubert die Goldkirschen aus. Dann meinte sie, wir sollten doch einmal unten beim Fluss unser Zelt aufstellen und verschwand dann recht schnell im Haus. Als wir eine Stunde später wieder zurück waren, hing die Schokoladeverpackung bereits an der Küchenwand und Marianne war selig!

29. Argentinische Grenze

29. Argentinische Grenze

Auf dem Weg in den Süden überquerten wir in der Nähe des Fitz Roy die argentinische Grenze. Es ist einer der wenigen Grenzübergänge zwischen Chile und Argentinien, der nur zu Fuß passierbar ist – dementsprechend ist er kaum frequentiert. Wir vier waren an diesem Tag die einzigen Grenzgänger und die Zöllner waren froh über etwas Abwechslung. Nachdem sie den Pass gestempelt hatten, kam einer von ihnen mit einer Flasche selbstgebrannten Calafateschnaps zurück und nachdem wir diesen verkostet hatten, meinten sie, sollten wir unbedingt noch einige Runden Matetee teilen. Gesagt getan. Als kleines Geschenk offerierten wir eine Tafel Zotter und so waren alle glücklich! Was für ein magischer Grenzübergang, am Fuße des majestätischen Fitz Roy.

30. Götterspeise

30. Götterspeise

Die beiden Wochen zusammen mit Noemi und Romeo waren unvergesslich schön: wir haben vor tausende Jahre alten Bäumen und riesigen Gletscherwänden gestanden,  haben einen aktiven Vulkan bestiegen und stundenlang in warmen Quellen gebadet, sind in den Torres del Paine innerhalb weniger Minuten in einem Schneesturm und dann strahlendem Sonnenschein gewandert und hatten viele Abende über Gott und die Welt philosophiert. Als Dank an die Schutzengel, dass alles so gut gelaufen ist, teilten wir zum Abschied eine Götterspeise, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel geschwebt kam.

31. El Gringo mucho poco loco

31. El Gringo mucho poco loco

Der Gringo, der sehr und kaum verrückt ist nennt sich Bruce. Er kam vor vielen Jahren aus den USA nach Patagonien, um den Protest gegen den Kahlschlag eines riesigen 200.000 Hektar großen Urwalds auf Feuerland zu initiieren. Jahre später, der Urwald wurde dank seines und dem Einsatz vieler anderer vor der Abholzung bewahrt, ist Bruce immer noch in Punta Arenas. Mittlerweile macht er Wanderkarten von der Umgebung und leitet ein Straßenhundeprojekt, um den vielen Straßenhunden von Punta Arenas Fressen und ein Zuhause zu geben. Bruce ist ein inspirierender Kerl und er kam eines Abends zu Sebastian auf Besuch, wo ich Unterkunft gefunden hatte. Wir teilten eine Tafel Fischgummi, lachten viel und um halb zwei in der Nacht entschieden wir, in den nächsten Tagen eine Woche in die Wildnis zu wandern: ganz im Süden von Tierra del Fuego, Feuerland. War es der Einfluss von Fischgummi, vom gringo mucho poco loco oder einfach unsere kollektive Verrücktheit, diese Entscheidung zu treffen und dorthin zu wandern, wo sich in den vergangen Jahrzehnten vielleicht erst eine Handvoll Menschen aufgemacht haben? Wer weiß; die Entscheidung war jedenfalls gefallen und nun galt es das Abenteuer zu organisieren…

32. Geschafft

32. Geschafft

Auf unserer Tour in die Wildnis haben wir einen Weg eingeschlagen, der uns hoch hinauf in die Ausläufer der Cordillera Darwin führte. Schließlich schlugen wir auf einem Moospolster, oberhalb einer 100 Meter hohen Felswand unser Zelt auf und verkrochen uns ob der Eiseskälte alsbald in unsere Schlafsäcke. Als ich am Morgen aus dem Zelt trat, segelte genau in diesem Augenblick ein Kondor fünf Meter über meinen Kopf hinweg; eindrucksvoll – hat der Vogel doch drei Meter Flügelspannweite. Nach dem Frühstück zogen wir weiter und stellten dabei fest, dass wir 10 Meter oberhalb des Kondornests gezeltet hatten. Fortan begleiteten uns diese majestätischen Vögel den ganzen Tag über und als wir den Pass erreicht hatten, die größten Schwierigkeiten gemeistert waren, teilten wir eine Tafel Zotter: HERRLICH! Und bald darauf begann ein Schneesturm…

33. Django Mango

33. Django Mango

Wir begegneten uns auf dem Navimag Schiff, dass mich in drei Tagen von Südpatagonien durch die Fjorde und Kanäle nach Puerto Montt brachte – eine wahrlich epische Seereise vorbei an Gletschern, Urwäldern und kleinen Fischerdörfern am Ende der Welt! Django Mango kam aus Barcelona und reiste zusammen mit Chui Lin aus China, dann waren da noch Milena und Samuel aus der Schweiz, die gerade mit dem Fahrrad von Santiago bis Ushuaia geradelt waren, Lucho Sour aus Barcelona, Dominique, ein pensionierter Matematikprofessor aus den französischen Alpen und Eduardo, ein Mapuche (Ureinwohner Chiles) – wir alle trafen uns zu einer von Django Mango einberufenen Reunion de viajeros alternativos y envahidos del sistema (Treffen alternativer Reisender und Systemflüchtlinge) und die Idee war, dass jeder von uns einen Beitrag leistet, ob eine Geschichte, ein Lied, was auch immer. Es war großartig: begannen wir doch mit einer Tafel Zotterschokolade und zum Abschluss spielte Django  Mango auf der Hang, einem Schweizer Schlaginstrument auf. Dazu trug er den Brief von Chief Seattle an den US-amerikanischen Präsidenten vor „Wenn der letzte Baum gefällt ist, wenn der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr Menschen feststellen, dass ihr Geld nicht essen könnt’.“ Alle waren wir bewegt von diesem Augenblick…und ich werde diese Reise wohl nie vergessen. Danke Sepp für die Schoki, danke Danjo Mango, Chui Lin, Eduardo, Dominique, Milena, Samuel und Lucho Sour für die magischen gemeinsamen Stunden an Bord der Puerto Eden!!

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