Der E-Mobil-Flitzer bringt Zotter täglich zur Arbeit.
Das kleinste Auto auf dem Firmenparkplatz gehört unserem Chef. Ich glaube, es ist auch das älteste. Aber über die Hubraum-Status-Mentalität kann Josef Zotter nur grinsen. Das sind Geschichten von gestern. Heute geht es um andere Dinge, um Verbrauch und um Antrieb. Sein kleiner blauer Citroen Saxo fährt mit Elektromotor. Dadurch spart er täglich einiges an Spritkilometern, was der Umwelt zu Gute kommt. Und während Sepp Zotter über neue Kreationen brütet, schlürft sein Citroen Öko-Strom. Denn E-Mobile machen natürlich nur Sinn, wenn der Saft dafür nicht aus Atomanlagen oder Kohlekraftwerken kommt.
Interessanterweise stammt der Wagen aus dem Kontingent eines französischen Stromanbieters; und worauf die Franzosen bei Strom setzen, wissen wir ja. Das war die grüne Flotte für das Marketing, die grüne Flotte, die man als Stromanbieter im Auge behält.
Obgleich der Citroen aus dem Baujahr 1994 stammt, ist es eine der jüngeren Generationen von E-Mobilen. Denn der Prototyp des Autos war sogar ein E-Mobil. Die Erfindung ist über 100 Jahre alt. Sogar der junge Porsche arbeitete einst daran mit. Doch aufgrund der schweren Batterien und der geringen Reichweite fuhr der Otto-Verbrennungsmotor dem E-Modell schnell davon. Jetzt läuft der Trend zum E-Mobil wieder an. Die hohe Nachfrage wird bisher noch von immens hohen Preisen gedrückt. Real rollen noch nicht viele Elektroautos auf den Straßen. Das weiß auch Josef Zotter, dem oftmals ein Vogel gezeigt wird, wenn er langsam den Berg hinaufrollt. Bergab geht es dann flotter und die Batterie lädt wieder auf. Doch auch an dieser Art von Entschleunigung findet Josef Zotter sein Vergnügen. „Es ist ein tolles Fahrgefühl. Ich weiß, dass der Wagen Spitze bloß 120 km/h fährt, darauf stelle ich mich ein und plötzlich ist auch genug Zeit da, um ans Ziel zu kommen. Man kann sogar herrlich in dem Auto nachdenken, denn es macht ja keinen Lärm.“ Wir brauchen also nicht nur Stromtankstellen und leistungsfähigere Batterien, sondern auch eine neue Wahrnehmung für Autos, die sich nicht mehr durch Lärm ankündigen. Das lässt hoffen, für all diejenigen die an Hauptverkehrsstraßen wohnen, wo der Dezibel-Pegel die Lautstärke eines Staubsaugers erreicht. Die Zukunft kommt lautlos...





