Kenia, das Land der königlichen Macadamianüsse

von Gregor Sieböck

Im Herbst 2013 reisten Simone und ich zu Bode Naturkost nach Hamburg. Bode liefert an die Zotter Schokoladenmanufaktur die Macadamianüsse und wir erfuhren, dass diese sowohl aus Australien als auch aus Kenia kämen; wobei Kenia das weltweite Hauptanbaugebiet dieser Königsnuss ist. (Seit der letzten Lieferung bekommt Zotter die Macadamianüsse aus Australien und zwar von einem Biobetrieb mit dem Namen Serendip Organics. Bode kauft die Macadamianüsse aus Kenya über einen weiteren Zwischenhändler und dieser wollte den Kontakt zu Kenya Nuts nicht herzustellen wie mir Michael Heymann von Bode mitteilte. Im Gegensatz dazu war Christine von Serendip Organics sofort bereit mich nach Australien einzuladen – denn es scheint ein wirklich besonderer Betrieb zu sein. Bisher ist Australien allerdings nicht auf der Reiseroute der Zotter Weltreise gelegen.) Die Nuss wird vor allem von der Kenya Nuts Company geliefert, die mehr oder weniger den ganzen Macadamianusshandel des Landes kontrolliert. So versuchte ich mit Kenya Nuts Kontakt aufzunehmen, um den Betrieb auf unserer Afrikareise zu besuchen, aber es gelang nicht. Ich schrieb mehrere Emails an verschiedene Adressen, doch ich bekam nie eine Antwort. Warum wollten sie nicht, dass ich vorbeikam? Die Homepage machte einen ansprechenden Eindruck. Der Betrieb liefert unter anderem biologisch zertifizierte Macadamianüsse und auf der Webseite wurden Fotos von lachenden Bauern und zufriedenen Mitarbeitern gezeigt; doch dann begann ich eine gründliche Hintergrundrecherche, da ich gerne den Dingen auf den Grund gehe – und diese förderte einige interessante Aspekte ans Licht.

Der Besitzer von Kenya Nuts war ein persönlicher Freund von dem Jomo Kenyatta, dem ersten Präsidenten Kenias nach der Gründung der Republik im Jahr 1964. Dafür bekam er einen vorteilhaften Zugang zu riesigen Ländereien des Landes. Seit 1972 ist Kenya Nuts mit 4000 Mitarbeitern der wichtigste Lieferant von Macadamianüssen aus Kenia und konnte dadurch eine Monopolstellung erlangen. (Gespräch mit Frank Omondi von Ten Senses Kenya im Jänner 2014.) Diese Monopolstellung baute Kenya Nuts im Jahr 2009 noch weiter aus als der Landwirtschaftsminister William Ruto, den Export roher Macadamianüsse verbot. Offiziell hatte das Verbot den Grund, dass die Wertschöpfung im Land bleiben sollte, doch aufgrund der Marktkonzentration von Kenya Nuts hatte die Gesetzesänderung vor allem katastrophale Auswirkungen für die Bauern. Der Preis brach um vier Fünftel ein, weil die Bauern nun an einen verarbeitenden Betrieb in Kenia verkaufen mussten. Das stärkte die Marktposition von Kenya Nuts erheblich und sie konnten nun den Bauern ihre Preisvorstellungen aufzwingen. („Hard nut to crack for poor farmers who earn peanuts.“ In: Standard Digital, Nairobi: 16. März 2010. (http://www.standardmedia.co.ke/business/article/2000005740/hard-nut-to-crack-for-poor-farmers-who-earn-peanuts?pageNo=2)) Am 12. November 2013 wurde dieses Thema sogar im Kenianischen Parlament diskutiert. Der Parlamentarier Mr. Mwiru stellte folgende Anfrage: „Die Kenya Nuts Company, besitzt im Augenblick als einziges Unternehmen Kenias die Lizenz auf dem lokalen sowie internationalen Markt, die Verarbeitung, die Auslieferung, den Vertrieb, sowie den Import und Export von Macadamianüssen zu betreiben. Dieses Monopol hat dazu geführt, dass dieses Unternehmen die Preise zu denen es die Nüsse von den Bauern kauft festsetzt, um sie nach einigen wenigen Verarbeitungsschritten zum fünffachen Preis weiterzuverkaufen.“ (Hansard Report. „Monopoly in Macadamia Nuts Trade.“ Kenya Houses of Parliament. Nairobi: 12. November 2013. National Assembly Official Report; www.parliament.go.ke (Als Pdf Download im Internet verfügbar)) Nichtsdestotrotz muss man fairerweise dazu sagen, dass Kenya Nuts ebenfalls eigene Macadamianussplantagen, diese auch biologisch bewirtschaftet und dabei eine gute Qualität liefert – aber es entstand eben kein Kontakt zu dem Unternehmen was ich grundsätzlich interessant finde, da dies das erste Mal auf der Zotterweltreise war, dass ein Betrieb keinen Besuch wünschte.

Ich wollte trotzdem auf unserer Afrikareise in Kenia gerne einen Macadamianussbetrieb besuchen und suchte daher nach Alternativen. Als ich Pakkatrade in Zürich besuchte, erzählte mir Tobias Joos von Ten Senses, einem kleinen Macadamianussbetrieb in Kenia, der fair gehandelte Macadamianüsse anbietet und gerade dabei ist, eine erste Alternative zur Kenya Nuts Company aufzubauen. Bisher ist Ten Senses aber noch nicht biologisch zertifiziert und ich dachte mir, dass es interessante könnte, diesen Zertifizierungsprozess und den Aufbau eines Unternehmens, das sich sehr um den gerechten Handel bemüht, zu dokumentieren. Ich recherchierte im Internet und fand heraus, dass Ten Senses ein slowakisch kenianisches Gemeinschaftsunternehmen ist, dessen Name für zehn Sinne und Sinnesempfindungen steht: „Kreativität, Integrität, Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Gemeinschaft, Umwelt, Qualität, Unternehmertum, Nachhaltigkeit, Geheimnis und Humor.“ Dann schrieb ich ein Email nach Nairobi und bekam innerhalb weniger Stunden eine Antwort von Frank Omondi, dem Geschäftsführer von Ten Senses Kenya, dass er sich über unseren Besuch sehr freuen würde. Auch hätte er bereits einen Blick auf die Zotter Homepage geworfen und ob wir ihm und seinen Mitarbeitern nicht ein paar Tafeln Schokolade mitbringen könnten; das wäre großartig!

Im Land der Marathonläufer
Im Land der Marathonläufer
Im Land der Elefanten
Im Land der Elefanten
Im Land der Staubstraßen
Im Land der Staubstraßen
Mount Kenya
Mount Kenya

So besuchten wir Ten Senses in Kenia. Frank holte uns in einem alten, dunkelgrünen Landrover ab und wir fuhren zusammen zu den Macadamianussbauern am Fuße des Mount Kenya. Mit dabei waren Gabriel und Frida von Ten Senses, die den Besuch bei der Kooperative nützen wollten, um einen Geschäftsplan für die kommende Saison auszuarbeiten. Bereits im Auto sprachen wir über den Macadamianussanbau in Kenia.

Ten Senses arbeitet seit 2010 in Kenia und hat sich auf den gerechten Handel mit Macadamianüssen spezialisiert. Sie betreuen 300 Bauern und möchten diese Zahl in den nächsten Jahren auf 500 Bauern ausweiten. Die durchschnittliche Größe der Anbaugebiete beträgt zwei bis vier Hektar. Ten Senses bietet den Kleinbauern, die unter der Monopolstellung der Kenia Nuts Company leiden, eine Alternative, weil die Bauern sonst keine Verhandlungsmacht haben und Kenia Nuts sich nicht dem gerechten Handel verpflichtet fühlt. Darüber hinaus sind die Probleme der Landwirtschaft Kenias vielschichtig. Der Boden ist in großen Teilen des Landes zwar sehr ertragreich aber vielen der Bauern fehlt die Erfahrung und Weitsicht was sie anbauen sollen, daher pflanzen die meisten das gleiche an. Mangels geeigneter Lagerkapazitäten und fehlendem Zugang zum Markt verderben aber viele Lebensmittel. Wir haben es auf unserer Fahrt zum Mount Kenya beobachtet: die Bauern verkaufen ihre landwirtschaftlichen Produkte auf einem Stand neben der Straße, doch alle bieten das gleiche an. Die Früchte und das Gemüse liegen in der Sonne und es bleibt ihnen nur die Hoffnung, dass ein Autofahrer anhält und ihnen die Lebensmittel zu einem Schleuderpreis abkauft. Selbst der Transport der Ware nach Nairobi ist für die meisten Bauern bereits undenkbar und so betreut die Familie einen kleinen Stand neben der Straße und wartet auf Kunden. Da es alle paar hundert Meter einen Verkaufsstand gibt, hält sich die Nachfrage in Grenzen. Es wäre also wichtig, die Bauern in Kooperativen zu organisieren, sie zu auszubilden und ihnen eine Macht auf dem Markt zu geben. Frank Omondi meinte jedoch, dass dies gar nicht so einfach sei, denn viele Bauern haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Genossenschaften gemacht. Diese haben sie erst recht wieder ausgebeutet oder waren sehr korrupt. Daher zweifeln sie dieses System an und arbeiten lieber auf eigene Rechnung. Um die Bauern in Genossenschaften organisieren zu können, muss man ihnen erst zeigen, dass die Genossenschaft funktioniert und das ist vorweg einmal ein großer finanzieller und organisatorischer Aufwand.

Macadamianüsse
Macadamianüsse
Macadamianussnougat von Zotter und Macadamianüsse
Macadamianussnougat von Zotter und Macadamianüsse

Viele der Bauern arbeiten bereits biologisch, vor allem beim Macadamianussanbau, denn die Bäume kommen klarerweise ohne Pestizide aus. Sie werden allerdings oftmals am Rande der Grundstücke gepflanzt und wenn der Bauern auf seinem Land zum Beispiel Kaffee anbaut, dann verwendet er dafür in der Regel chemische Spritzmittel. Die Chemie befällt dann auch die Macadamianussbäume. Kenia ist auch ein wunderbarer Markt für die Chemiemultis, weil die Bauern kaum ein Bewusstsein über die Gefahren der Pestizide haben. Daher können die internationalen Konzerne die in Europa oder den USA längst verbotenen Spritzmittel teuer verkaufen indem sie den Bauern erzählen, dass dadurch der Ertrag steigt.

Wieder braucht es eine Bewusstseinsbildung bei den Bauern; denn der Biolandbau hätte in Kenia ein großes Potenzial, zumal sich viele Bauern die teuren Spritzmittel auch gar nicht leisten können. Hier kommt wieder Frank Omondi ins Spiel. Er ist in Kenia geboren, hat als Nationalparkranger aber auch im Tourismusministerium gearbeitet und er liebt sein Land. Er träumt davon, Afrika zu befreien. Er kann sich voll und ganz mit dem Fairtrade Gedanken und mit dem Biolandbau identifizieren und möchte gerne die Bauern unterstützen und in seinem Land eine Veränderung bewirken. Frank hat Visionen und ist blitzschnell in der Umsetzung. Das bemerkte ich, als wir die Vertreter der Macadamianusskooperative in dem kleinen Dorf am Fuße des Mount Kenya trafen. Zuerst sprach Frank davon wie wichtig es wäre, dass sie ihre Kapazitäten erweitern, um in Zukunft mehr Nüsse liefern zu können; doch dann meinte ich: „Es geht ja nicht nur um die Menge sondern auch um den Preis zu dem ihr die Ware verkaufen könnt. Warum kümmert ihr euch nicht um die Biozertifizierung? Viele eurer Bauern arbeiten sowieso schon biologisch, es braucht also nur noch das Zertifikat und dann könnt ihr die Nüsse nicht nur zu einem besseren Preis absetzen sondern erschließt euch gleichzeitig neue Märkte.“ Simone und ich hatten Macadamianussnougat von Zotter mit dabei und teilten es aus. Vor allem David Mushera Karinage, der Vorsitzende der Kooperative und Frank waren von der Schokolade begeistert. Ihre Augen begannen zu leuchten und sie träumten davon, einmal Zotter beliefern zu können. Noch nie hatten sie Schokolade mit Macadamianüssen gegessen, sondern immer nur die Rohware exportiert. Es ging eine Welle der Begeisterung durch die Runde und Frank Omondi erkannte sofort, dass die Umstellung auf zertifizierten Biolandbau nun sein fordergründiges Ziel sein musste – so hatte die Zotterschokolade wieder einmal alle inspiriert!

Die Kooperative vereinigt 250 Bauern und liefert 100 Tonnen Macadamianüsse pro Jahr. Alle Bauern sind FLO-Fairtrade zertifiziert. Ten Senses hat die Fair Trade Zertifizierung in die Wege geleitet und zahlt den Bauern je nach Qualität nun 40 bis 80 Kenianische Schillinge pro Kilogramm Nüsse, im Gegensatz zu den 20 bis 35 Schillingen, die sie vorher bekommen haben. Aufgrund von Fair Trade erhalten die Bauern einen 15% höheren Preis und darüber hinaus noch 5% soziale Prämie indem Schulen errichtet, die Straßen ausgebaut und die Wasserversorgung verbessert werden. Biologische Ware könnten sie um weitere 10 – 15% teurer verkaufen.

David Mushera führte uns zu seiner kleinen Landwirtschaft. Er hat selbst Macadamianussbäume. Die Bäume wachsen auf über 1.500 Metern Seehöhe und sie werden in Kenia auch als Pensionsbäume bezeichnet, weil sie den Bauern bis ins hohe Alter mit Nüssen versorgen. Allerdings sind die Bäume sehr aufwendig zum Anpflanzen und es dauert 8 Jahre bis sie die ersten Früchte tragen. Davids Bauernhof war klein. Inmitten des Anwesens war das Haus gebaut, im Garten liefen Kühe, Ziegen, Enten und Hühner herum, es wurden Gemüse, Tee und Mais angebaut und die Grundgrenze säumten Bananenstauden und alte Macadamianussbäume. Es war eine kleine Selbstversorgerlandwirtschaft und einen Teil der Ernte verkauften sie an die Kooperative. Das reichte für das Auskommen der Familie. Sie hatten sich ein kleines Paradies geschaffen, das sie auf wundersame Weise mit biologischen Lebensmitteln versorgte.

Die Macadamianusskooperative von Ten Senses
Die Macadamianusskooperative von Ten Senses
Beim Verteilen von Macadamianussnougat von Zotter
Beim Verteilen von Macadamianussnougat von Zotter

Wir reisten weiter nach Nairobi. Frank wollte vor dem Einbruch der Dunkelheit ankommen, denn es war gefährlich in der Nacht in der Stadt unterwegs zu sein. Je näher wir der Hauptstadt Kenias kamen umso zähflüssiger wurde der Verkehr. Wir steckten im Stau, nützten Ausweichrouten über Staubpisten und erlebten von unserem Auto aus was es heißt in einer der gefährlichsten und chaotischsten Städte Afrikas zu leben. Simone und ich zogen in ein Hotel mit einem vier Meter hohen Elektrozaun rund um das Gelände und entschieden uns nur so lange zu bleiben wie es notwendig war.

Am nächsten Tag trafen wir uns nochmals mit Frank, um den Verarbeitungsbetrieb für die Macadamianüsse zu besuchen. Frank hatte erst vor einigen Monaten die Geschäftsführung von Ten Senses übernommen und in der Zwischenzeit bereits den Betrieb in ein kleines Industriegebiet außerhalb der Stadt umgesiedelt. Weil es sich um eine Industriezone handelt gibt es dort weniger Stromausfälle als in der Stadt und das Gebiet ist mit einer asphaltierten Straße angebunden. Jener Stadtteil wo sich der Betrieb vorher befand hatte nur Lehmstraßen und die waren in der Regenzeit für die LKWs unpassierbar. Außerdem haben sie nun eine größere Betriebsfläche zur Verfügung und können ihre Kapazitäten ausbauen.

Die Mitarbeiter von Ten Senses
Die Mitarbeiter von Ten Senses
Macadamianüsse
Macadamianüsse

Die Macadamianüsse werden in der Schale gekauft. Dann werden sie getrocknet und im Anschluss daran wird die Schale entfernt. Von 10 Tonnen Nüssen in Rohware verliert man zuerst 2 Tonnen durch den Trocknungsprozess und dann weitere 70% durch das Entfernen der Schale. Die Schalen werden jedoch für das Erhitzen der Trocknungsboiler benützt und so ist der Prozess beinahe energieautark. Bei einer Rohware in guter Qualität bleiben 2,5 Tonnen Nüsse übrig. Werden Nüsse verarbeitet, die unreif geerntet wurden, oder die zu lange in der grünen Schale belassen wurden beziehungsweise die nicht sogleich vom Boden aufgehoben wurden nachdem sie vom Baum gefallen sind und daher mehr Feuchtigkeit angenommen haben, so bleibt überhaupt nur eine Tonne Nusskerne übrig. Die Nusskerne werden aussortiert – die beste Qualität sind die ganz weißen Nusskerne –, dann in unterschiedliche Größen eingeteilt und schließlich verpackt. Im Betrieb verarbeiten 60 Mitarbeiter eine Tonne fertige Nusskerne pro Tag.

Zum Abschluss, als uns Frank wieder in die Stadt zurückbegleitete, erzählte er uns von seinen Visionen, die er in den nächsten Monaten umsetzen wollte. Er möchte die Mitarbeiter motivieren: an die Wand würde er die Resultate und die Verarbeitungsleistung des ganzen Betriebs in einer Grafik aufzeichnen. Für jeden Container zu je 13 Tonnen, der zeitgerecht den Betrieb verlässt bekommen die Mitarbeiter eine Bonuszahlung, jeder einschließlich seiner Familie sollte eine gute medizinische Versorgung genießen und zu Mittag soll jeder Mitarbeiter eine Gratismahlzeit erhalten. Frank hat die Vision, dass jeder gerne in die Arbeit kommt und für seine Dienste gut entlohnt wird; genauso wie er den Bauern einen guten Preis für die Macadamianüsse bezahlt...ja und Biomacadamianüsse? Bereits 2015 wird es möglich sein, dass Ten Senses die Nüsse in zertifizierter Bioqualität liefert. Und noch ein spannendes Projekt. Nachdem ich Frank von den Chilischoten erzählte hatte, die nun Zotter möglicherweise nicht mehr aus dem Kongo beziehen konnte, meinte er: „Ten Senses kann Zotter wunderbaren Chili liefern. Ich habe in den Nationalparks als Ranger gearbeitet und da hatten wir oftmals das Problem, dass die Elefanten die angrenzenden Maisfelder der Bauern zerstörten. Da hatte ich die Idee, Chilis zu pflanzen, denn diese mögen die Elefanten gar nicht und seither verschonen sie die Felder. Wir könnten diesen Chili biozertifizieren lassen, denn biologisch ist er ja schon, da er am Rande der Nationalparks wächst und dann an Zotter liefern. Im selben Container wie die Macadamianüsse. Was hältst du davon?“ Frank hatte Visionen und er setzte sie auch tatkräftig um, das konnten wir diese Tage immer wieder beobachten. Wenn dieser Mann nur Präsident von Kenia werden würde; ja dann hätte er da eine Strahlkraft, die in Afrika vieles verändern könnte; doch nun beginnt er mal mit Ten Senses und den Macadamianüssen...und vielleicht kommen ja bald die Chilischoten dazu. Elefantenchili statt Bird's Eye Chili – das wäre einmal was Neues!

Mitte Februar 2014 waren Simone und ich zusammen bei der Biofachmesse in Nürnberg; es ist die größte Messe der Biolandwirtschaft der Welt. Wir hatten uns für die Tage ein ambitioniertes Programm gesetzt und besuchten viele Aussteller. Immer wenn wir zu einem Händler kamen, der Macadamianüsse anbot fragten wir nach wo seine Nüsse herkämen. Alle bis auf einen einzigen (Pakka Trade) bekamen die Macadamianüsse von der Kenya Nuts Company. Wir fragten sie, ob sie ihren Lieferanten kennen. Die meisten wussten nicht so genau Bescheid, andere hatten ein durchwegs positives Bild von Kenya Nut (klar wenn sie deren Nüsse weiterverkaufen wollen!)

Es ist wichtig mit welchem Bewusstsein, die Menschen im Biobereich arbeiten. Ein Biozertifikat ist ein wichtiger Schritt, doch noch viel bedeutender ist es, eine direkte Beziehung zum Lieferanten aufzubauen, ihn zu kennen und zu schauen warum dieser überhaupt Biolandbau betreibt? Geht es ihm nur um das Geschäft oder lebt er auch die Philosophie? Das erfahre ich relativ schnell wenn ich den Menschen in die Augen schaue und gerade deswegen ist der persönliche Kontakt so wichtig! So geht auch im Biobereich darum, freundschaftliche Beziehungen mit den Biobauern aufzubauen, sie zu kennen, sich auszutauschen, zu reden...doch es ist ja gerade die herzliche Kommunikation, die unser menschliches Zusammensein glücklich gestaltet und zu einer Freude werden lässt!

Weitere Informationen über Ten Senses finden Sie unter: www.tensenses.com