Gregor Sieböck und Heinz Gstir-1

Gregor Sieböck und Heinz Gstir

lassen sich die frische Milch schmecken!

Gregor Sieböck und Heinz Gstir-2

Milch von "Bio vom Berg" in Tirol

Wo die Kühe auf Sommerfrische sind...

Bei strahlendem Sonnenschein verbrachte ich zwei unvergessliche Tage inmitten der schroffen Felsen und sanften Hügeln der Tiroler Bergwelt. „Bio vom Berg“ produziert für Zotter die Bio-Milch, den Rahm, die Butter und den Bio-Bergkäse – und bei ihnen war ich zu Besuch! Oben am Sattel begegnete ich den ersten „Zotter-Kühen“, die direkt auf der Passhöhe ruhten und es genossen, dass ein sanfter Wind die Fliegen vertrieb. Rosarote Almrosen, dunkelgelbe Arnika, violette Teufelskrallen, hellblaue Vergissmeinnicht und weißgelbe Margeriten verwandelten die Bergwiesen der Feldalm in ein buntes Farbenspiel.

Zotter-Kuh
Die Kühe genießen Kräuter und Sommerfrische auf 1400 Metern inmitten des Tiroler Bergparadieses. So wie diese Diva...
Jakob
Jakob unterwegs. Lange Wanderungen gehören zum Alltag des Senners.

Jok (Jakob im Tiroler Dialekt) hielt gerade Siesta, als ich an die Hüttentür klopfte. Einige Minuten später trat er mit einem etwas verträumten Blick und einem Lächeln im Gesicht aus seiner Schlafkemenate und begrüßte mich herzlich. Er freute sich über den Besuch, bot mir gleich eine große Tasse frischer Buttermilch an und meinte, ich solle doch mal einen Spaziergang über die weiten Almwiesen machen, während er seine Mittagsruhe fortsetzen wolle – wir würden uns am späteren Nachmittag wieder treffen. Ich spazierte hinauf in Richtung Zahmen Kaiser, ließ meinen Blick in die Ferne schweifen, hielt inmitten der Almblumen Rast und kam dann rechtzeitig zurück, um dabei zu sein, als Jakob die Kühe melkte. Jakob war bereits in seiner Kindheit und Jugend Senner auf der Feldalm und der noch höher gelegenen Hochalm. Seit er in Pension ist, verbringt er wieder jeden Sommer hier. Er hat eine richtige Freude an seiner Arbeit.

Die Feldalm ist eine Gemeinschaftsalm, die derzeit von sechs Bauern bewirtschaftet wird. 90 Kühe weiden auf den Wiesen in der näheren Umgebung der Alm. Sie alle haben schon Milch für die Zotter-Schokoladen geliefert. Jetzt sind sie gerade auf der Alm zur Sommerfrische und genießen die herrlichen Almgräser und Bergkräuter. Von Anfang Juli bis Anfang August bleiben sie hier oben auf über 1400 Metern. Vorher und nachher sind sie jeweils 4 bis 5 Wochen auf der Niederalm, die einige hundert Höhenmeter tiefer liegt und daher bereits früher und auch länger bewirtschaftet werden kann.

Sepp mit der Butte am Rücken
Sepp bringt schon am frühen Morgen seine Milch in der „Butte“ zur „Schweizerhütte“, wo Käse hergestellt wird.
Milch-Seilbahn
Die Milch wird von der Alm mit der rustikalen Seilbahn ins Tal zur Hatzenstädter Sennerei geliefert.

Begonnen hat die einzigartige Kooperation zwischen den Tiroler Almbauern und Zotter vor über zehn Jahren – und zwar mit einer Bestellung für Bergkäse. Josef Zotter suchte für seine Kreation „Bergkäse, Walnüsse und Trauben“ einen besonders milden Bio-Bergkäse und kontaktierte deswegen Heinz Gstir, den Obmann der Bio-Sennerei Hatzenstädt. Heinz erzählt mit einem Schmunzeln im Gesicht, dass er damals meinte, es hätte sich um einen Aprilscherz gehandelt, denn wer braucht schon Käse für die Schokoladenerzeugung? Doch weil die Hatzenstädter Bauern einen ganz besonderen Bergkäse erzeugten, entstand alsbald eine gute Zusammenarbeit und seit 2004 liefern die Tiroler Bio-Bergbauern auch die Milch für die Schokoladen. Mittlerweile sind es 1 Million Liter Bio-Milch, 6 Tonnen Butter und 6 Tonnen Rahm, die jährlich von „Bio vom Berg“ in die Steiermark geliefert werden. Alle Milchprodukte kommen aus kleinen Käsereien.

Ein Großteil der Milch wird morgens und abends mit Seilbahnen von den Bergbauern angeliefert. Weil die vollen Milchkannen jeweils die leeren Kannen den Berg hinaufziehen, arbeitet das System besonders energieeffizient und verursacht in seinem Betrieb von insgesamt 8 Seilbahnen nur Stromkosten in der Höhe von fünfzehn Euro pro Jahr! Weil die Seilbahn schnell arbeitet, muss die Milch für den Transport auch nicht gekühlt werden und kann gleich warm zu Käse verarbeitet werden.

Auf der Feldalm gibt es noch einen „Schweizer“, einen Käsemeister. Der wird deswegen Schweizer genannt, weil früher das Handwerk des Käseerzeugens vorwiegend in der Schweiz erlernt und fast ausschließlich Emmentaler nach Schweizer Rezeptur hergestellt wurden. In der „Schweizerhütte“ macht Christian Butter, Buttermilch und Käse. Beheizt wird der Kessel nach wie vor mit Holz aus den Wäldern der Umgebung.

Bio-Bauern-Band
Die Bio-Bauern-Band: Musik machen hat Tradition. Jakob auf der Ziehharmonika, Christian, der Schweizer, spielt eine selbstgebaute „Rassel“ und der Daxer-Sepp die „Almtrommel“.
Hüttenzauber am Abend
Hüttenzauber am Abend. Die Bauern in geselliger Runde. Durch die rauen Bedingungen der Bergwelt ist unter den Almbauern eine sehr starke Gemeinschaft entstanden.

Es herrscht eine besondere, freudvolle Stimmung auf der Feldalm, einem kleinen Paradies inmitten der Berge. Und wenn der Mond über dem Wilden Kaiser aufzieht und es Nacht wird, zieht Ruhe auf der Alm ein, die Bauern gehen schlafen, denn um halb fünf in der Früh, noch vor Sonnenaufgang, beginnen sie wieder mit ihrer Arbeit...Kühe melken, Käsen, Holz hacken...und dazwischen Musizieren und die köstlichen Speisen der Alm untereinander teilen. Nahrung für Körper, Geist und Seele!

Erfahren Sie mehr über die Zotter-Weltreise und Gregor Sieböck!