Die Erde brennt – was die Politik tun muss

Josef Zotters Kopfstände | 09. Juli 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Der Juni war der heißeste Monat seit Aufzeichnungsbeginn, in Mexiko hagelt es und der Permafrost schmilzt. Die Zeit von Verhandlungen ist vorbei.

Denn jetzt ist die Politik stark gefordert. Ich meine, da will man ab 2030 bis 2040 in einigen Ländern der Welt keine Verbrennungsmotoren mehr. Und dann sollen wir mit Wasserstoffautos fahren oder so. Das ist sehr „Kurz“ gedacht und ist ja auch keine Lösung, dass uns die Erde nicht unter dem Hintern wegbrennt, weil sie einfach nicht radikal genug ist.

Es braucht echte Veränderungen, wie zum Beispiel:

Wir müssen Autobahnen in Bahnstrecken umwandeln, weitgehend alle Fassaden und Dächer begrünen, Bäume einsetzen, wo es nur geht, unnötig zugepflasterte Flächen aufreißen und als Garten nutzen. Wo es geht müssen Photovoltaik-Anlagen gebaut werden. Fliegen muss dramatisch besteuert werden, da gehören die Steuern ordentlich drauf. Vielleicht geht das auch elektrisch.

Bio-Landbau ist die einzige Alternative und das Glyphosat-Verbot ist schon einmal eine sehr gute Botschaft. Es geht ja.

Es braucht CO²-Steuern und wir sollten die Arbeitszeit reduzieren, von oben herab, radikal. Runter auf 30, wenn nicht gar 20 Stunden und dazu ein bedingungsloses Grundeinkommen. Immerhin hatten wir die 20-Stunden-Woche ja schon einmal – damals, in den 50ern, 60ern und so weiter, als es normal war, dass nur der Mann arbeiten geht. Eine Arbeitszeitverkürzung vermindert in der Regel wohl auch Anfahrtswege und die Menschen hätten mehr Zeit, sich auch um ihr eigenes Essen zu kümmern. Hierbei kann Europa eine Vorreiterrolle einnehmen. Klar muss man sich dann auch um Einfuhrzölle kümmern, sonst wird noch mehr Drecksarbeit ausgelagert.

Die Wirtschaft muss auch schrumpfen dürfen, so wie die Arbeitsstunden und die Schuldenbremse ist doch auch eine gute Idee.

Und dann braucht es global gesehen Ideen, wie das Bevölkerungswachstum reduziert werden kann. Weniger Menschen heißt weniger Ressourcenverbrauch. Und wer jetzt meint, der Zotter schreibt da denen in der großen weiten Welt vor, wie viele Kinder sie in die Welt zu setzen haben, der liegt falsch. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Frauen in Bevölkerungs-reichen Teilen der Erde gerne sieben, acht, neun Kinder in die Welt setzen. In Europa will man das auch nicht, aber hierzulande ist man aufgeklärt und hat Zugang zu Verhütung. Auch über diesen Punkt muss man endlich einmal reden.

Das sind große Ansätze, die unser Leben substantiell verändern werden. Aber wie einfach es gehen kann, zeigt ja unser Parlament. Da ist eine Mehrheit für das Rauchverbot in der Gastronomie und – zack, zack, zack – schon ist es richtigerweise verboten. Jetzt müssten wir halt nur noch die Menschen an die politischen Schaltstellen wählen, die gewillt sind, oben genannte Dinge und noch mehr umzusetzen.

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