Die Erde brennt – was jeder tun kann

Josef Zotters Kopfstände | 16. Juli 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Die hohe Politik ist gefordert, dass unser Planet sich nicht noch weiter aufheizt. Aber auch jeder persönlich - so wie ich auch - ist dazu aufgerufen, sein Leben umzustellen. Und das geht auch schneller als bis die Politik was tut.

Ich fange einmal bei mir an und mache Sommerurlaub daheim, schau mir die Gegend an mit dem Zug, Elektrorad und zu Fuß. Ich werde also trotzdem reisen, aber halt nicht mehr so viel und um jeden Preis, sondern bewusster. Dabei werde ich mich endlich wieder erholen können.

In meinem letzten Beitrag habe ich Möglichkeiten genannt, was die große Politik in der weiten Welt machen kann. Aber es geht uns alle an. Viele werden sagen: Ja, aber nur weil ich jetzt zwei Mal das Auto stehen lasse und mit dem Zug fahre, passiert nichts. Das stimmt aber so nicht. Überschlagen wir das einmal: Wenn das 50 Prozent der Menschen in Österreich machen, sind das unglaublich viele nicht gefahrene Kilometer.

Dann denken wir einmal zurück, ob man vor 20 Jahren in irgendeinem Supermarkt vegane Fertiggerichte, glutenfreies Brot und Milch-Alternativen bekommen haben. Hat man nicht und es ist ein Wechselspiel zwischen Handel und Konsument, dass dem nun so ist. Nur, weil die es verkaufen wollen, werden sie es auch nicht in die Filliale bringen. Wir haben etwas bewirkt.

Jetzt muss es eben weiter gehen, viel radikaler. Streichen wir Fleisch weitgehend von unserer Einkaufsliste, wenn, dann aus artgerechter Tierhaltung und bio! Es gibt auch Alternativen, sei es Seitan, Soja oder Erbsen. Essen wir doch mehr Pilze, Bohnen, Brennnesel oder Ähnliches.

Lassen wir das Auto so oft es geht stehen. Oder bilden wir Fahrgemeinschaften. Wenn 120 Autos im Stau stehen und in jedem sitzt ein Mensch, dann wäre es wohl kein Stau, wenn in 30 Autos je vier Personen sitzen würden. Da muss ich mir auch noch was überlegen, wie ich das umsetzen kann.

Im Winter sollten wir die Heizungen nicht auf 26 Grad drehen und mit Unterhose in der Couch sitzen, vielleicht nur 22-23 Grad. Und im im Sommer die Klimaanlage doch nicht auf 18 Grad sondern auf 23- 24 Grad. Das würde extrem viel bringen, von den Kosten abgesehen.

Fahren wir doch mehr mit dem Zug auf Urlaub. Bauen wir saisonales Gemüse selber an. Achten wir beim Kauf von Kosmetika drauf, dass es echte Naturprodukte sind. Informieren mir uns, welche Verpackungsart am schonendsten für die Umwelt ist.

Es gibt unzählige Dinge, die einem auch das Internet vorschlägt, die in ganz kleinem Rahmen der Erde etwas Gutes tun. Man muss es eben endlich einmal angehen. Wenn es einer macht, hat das vielleicht wenig Einfluss. Aber je mehr Menschen mitmachen, desto größer ist der Impact.

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