Die Wahl ist geschlagen – jetzt bitte Reformen

Josef Zotters Kopfstände | 01. November 2017 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Mir ist es nicht wichtig, WER Österreich in Zukunft regiert. Als Unternehmer und Bürger habe ich aber die Hoffnung auf Reformen, weil die Zeit einfach nicht stehen bleibt und Bedürfnisse sich stetig ändern.

Ich wünsche mir zudem eine Politik der besten Ideen. Die Regierung, die Opposition und das Parlament sollen Scheuklappen ablegen und nachdenken, was das beste für uns alle ist. Da sollten wir uns eben nicht von ideologischen Dingen beirren lassen oder weil „etwas immer schon so war“. Oder beispielsweise, dass es mehr direkte Demokratie gibt. Ich fände es gut, öfters gefragt zu werden, wie ich über dieses oder jenes denke.

Vielleicht durch ein BürgerInnenparlament, in dem repräsentativ per Losentscheid ausgesuchte BürgerInnen sitzen, die dann Gesetzesvorhaben auch verhindern können. Wir wählen, damit wer entscheidet, schon klar, aber wir wählen ja eine Partei und nicht eine Regierung. Da fände ich es super, wenn wir als Volk auch mitentscheiden können. Warum soll die Gemeinde XY nicht darüber mitentscheiden, ob es eine Förderung für dieses oder jenes Projekt geben soll? Wir vor Ort wissen im Schnitt noch am besten, was für uns gut ist.

Überhaupt wünsche ich mir Mitbestimmung. Auch für Unternehmen und Arbeitnehmer. Ich brauche als Unternehmen eine gewisse Flexibilität, wie ich haushalte und ja, auch, wie ich mit meinen Mitarbeitern umgehe. Wenn ich beispielsweise 20 Leute finde, die mal ein Jahr mehr als 40 Stunden arbeiten wollen – warum nicht? Oder weniger. Jedenfalls darf Mehrarbeit nicht bestraft werden mit noch höheren Steuern.

Auch für mich als Privatmensch wäre Flexibilität wichtig. Etwa, dass es eine geringe Steuer auf Grundnahrungs- und Lebensmittel oder Mieten gibt. Und alles drüber höher besteuert wird. Dafür kann man bei der Lohn- und Einkommenssteuer sparen. Warum nicht auch ein Grundeinkommen und eine Flattax?

Sie sehen, ich klaube mir Gedanken aus allen politischen Richtungen zusammen. Denn gute Ideen haben die meisten, schlechte Ideen auch (das gilt wohl auch für mich!) Nur probieren müssen wir schon dürfen. Die Wahrsager und Alleswisser gibt es eh nicht.

Das wünsche ich mir dann eben auch von der Regierung: Dass sie kluge Dinge umsetzt, für die BürgerInnen in unserem Land da ist. Für die, die leisten, für die, die normal leben wollen, für die, die Unterstützung brauchen. Ist doch eigentlich nicht zu viel verlangt, oder?

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