Glyphosat im Garten – braucht man das wirklich?

Josef Zotters Kopfstände | 25. April 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

In den USA wurde jüngst von einem Gericht entschieden, dass der Unkrautvernichter Round Up mit dem Inhaltsstoff Glyphosat ein „wesentlicher Faktor“ für die Krebserkrankung des Klägers war. Auf Felder und in Gärten kommt es dennoch literweise.

Zwar hat Glyphosat mittlerweile ein schlechtes Image und ist im Bundesland Kärnten und in über 600 Gemeinden Österreichs verboten, wer es kaufen will, kann dies aber, beispielsweise über das Internet, weiterhin ohne Probleme tun, das Unkraut auf dem eigenen Rasen damit vernichten und Steingärten sowie Stiegenaufgänge veröden.

Anders als Gerichte in den USA hat die EU im Herbst entschieden, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Das wirft auch ein Schlaglicht auf die entscheidenden Institutionen, denn schon länger wird kritisiert, dass Lobbyisten in Brüssel großen Einfluss hätten. Greanpeace etwa moniert, dass die zuständige EU-Agentur unabhängige Studien nicht zu Rate gezogen habe – aber jene von den Herstellern. Und die wollen ja wirklich nicht, dass ihr Produkt als schlecht eingestuft wird.

Die Landwirtschaftskammer hat vorgerechnet, dass der Verbrauch von Glyphosat 2017 zwar niedriger war als 2010 (329 Tonnen zu 498 Tonnen), aber deutlich über dem Wert des Jahres 2000 (134 Tonnen). Insofern: Wir schmeißen auf Felder und in Gärten schlichtweg sehr viel von einem Wirkstoff, der für Lebewesen – zumindest laut US-Gerichten – krebserregend ist.

Jetzt fragen Sie sich sicher, wie ich das mache. Nun, ich mähe eigentlich nur ganz wenig in meinem Garten und liebe es, wenn das Gras hoch steht, Feldblumen blühen und allerlei Insekten durch den Garten kreuchen und fleuchen. Manches, was für den einen Unkraut ist, ist für mich dann wieder eine schöne Pflanze und ich muss keine Luftmatratze aus Plastik aufblasen um weich im Garten zu liegen.

Ich bin ja überhaupt der Meinung, dass Herr und Fau Kleingärtner fast noch mehr Gift in die Gärten schmeißen als es ein Bauer jemals könnte. Vermutlich weiß der ein bisschen besser, was er da so auf sein Feld leert, schließlich soll das, was dort wächst, ja gegessen werden. Und vor allem denkt der Bauer auch an die Kosten und setzt wenigstens nur ein, was wirklich notwendig ist. Eh klar, ich will das nicht gutheißen, ich mach sowieso Bio-Landwirtschaft in meinem Betrieb, da stellt sich die Frage nicht. Es ist aber gut, drauf hinzuweisen.

Wer also mehr und mehr Unkrautvernichter und somit Gift in den Garten wirft, kann unter Umständen ein böses Erwachen haben, wenn rundherum bald alles vergiftet ist. Und die Vorstellung das unsere Kinder im vergifteten Garten herumspielen ist keine lustige, oder?

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