Ich finde Greta Thunberg super

Josef Zotters Kopfstände | 07. Juni 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Ist es nicht wahnsinnig toll, dass die Stimme der Vernunft im Kampf gegen die Klimakatastrophe eine Teenagerin namens Greta Thunberg ist?
 
Die schwedische Klimaaktivistin kam erst 2003 auf die Welt und konnte sich als Ikone einer nachhaltigeren Gesellschaft etablieren. Wobei das eigentlich auch ein Blödsinn ist. Wir brauchen keine netten Wörter wie Nachhaltigkeit. Reden wir Klartext, wie Greta Thunberg: „Ich will die Führer der Welt nicht um unsere Zukunft anbetteln. Ich werde stattdessen die Menschen auf der ganzen Welt bitten, zu erkennen, dass unsere politischen Führer versagt haben. Weil wir uns einer existenziellen Bedrohung gegenübersehen und es keine Zeit gibt, diesen Weg des Wahnsinns fortzusetzen.“
 
Ja, es ist ein Wahnsinn. Und natürlich könnte man jetzt kritisch anmerken, dass viele der Jugendlichen, die da bei den Fridays for Future mitmachen wahrscheinlich keine nachhaltig hergestellte Kleidung tragen, Smartphones mit Seltenen-Erden-Metallen, die unter furchtbaren Bedingungen abgebaut werden, benutzen und eher nicht im Bio-Supermarkt einkaufen und am Wochenende auf riesige Festivals gehen. Das ist alles nicht unbedingt Umwelt-schonend, aber soweit ich mich erinnern kann sind das Kids und Jugendliche und nicht die honorigen Herren, die diesen Planeten des Profits wegen zerstören.
 
Ich habe auch leider keine Ahnung, was diese Proteste bringen, wenn uns die Erde unter dem Hintern weg schmilzt. Ich kann nur sagen, dass man eben danach trachten muss, selber bei sich anzufangen. Wobei ich da denke, dass das viele junge Menschen eh auch machen, Stichwort Interrail. Das gehört doch dazu und Frau  Thunberg fährt ja auch überall mit dem Zug hin. Und wir Erwachsene? Da muss es freilich der Flieger sein. Und wie reagieren wir, wenn der Sohnemann oder das Töchterle die nachhaltig hergestellte Jeans um 100 Euro will und nicht die von schwedischen Billigmodeketten um ein Viertel? Eben.
 
Aber das ist jedermensch eigene Sache. Das Wichtige ist, dass wir Entscheiderinnen und Entscheider wählen, die auf höchster Ebene sinnvolle Maßnahmen setzen. Es funktioniert leider nur schwerlich, wie Thunberg sagt: „Unzählige Menschen stehen seit 25 Jahren vor den UN-Klimakonferenzen und fordern die Führer unserer Nationen auf, die Emissionen zu stoppen. Aber offensichtlich hat das nicht funktioniert, weil die Emissionen nur weiter steigen.“

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