Klimazölle? Ja bitte!

Josef Zotters Kopfstände | 20. September 2018 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wie könnten wir nachhaltiger leben? Klimazölle sind eine heiß diskutierte Sache. Wie funktionieren die aber? Und warum muss es immer um's Geld gehen?

Ein Modell wäre, dass vereinfacht ausgedrückt bei der Einfuhr in die Europäische Union eine Abgabe gezahlt werden muss, in der Höhe des verbrauchten CO². Sagen wir, 100 Euro pro angenommener Tonne CO². Ein Kilogramm südamerikanisches Rindfleisch verbraucht beispielsweise (wir runden, damit es einfacher zu rechnen ist) knapp 60 Kilogramm Kohlendioxid. Also 100 Euro für 17 Kilo Rindfleisch. Das sind sehr weit unten angesetzte Zahlen. Aber irgendwie müssen wir das eben in den Griff bekommen. Vielleicht wird dann weniger importiert.

Die notwendige Konsequenz daraus ist freilich eine Stärkung des Binnenmarktes, also mehr Regionalität in der Produktion. Das fällt mir dann ein bisserl auf den Kopf, weil ich den Kakao ja importieren muss. Aber ich denk mir: Was solls? Irgendwas muss sich ändern und mit lieb Bitte und Danke sagen ändert sich ja auch nix. Denken Sie mal an die Autoindustrie. Da fange ich gar nicht mit Abgasskandalen an. Je leistungsstärker die Motoren werden, desto größere Kisten kutschieren herum. Das ist wohl nicht der Sinn immer besserer Technologie.

Denn wir haben zwar immer mehr und bessere technische Hilfsmittel, aber setzen sie falsch ein. So ist es auch in der Landwirtschaft. „Intensive“ Landwirtschaft verbraucht sehr viele Rohstoffe, dabei sollte man doch die Technologie einsetzen, um besser zu werden, nicht schlicht mehr zu produzieren.

So sehr man es sich einreden will: Es geht am Ende des Tages doch nur mit Druck und dabei auf's Geld. Und wer jetzt glaubt, dass es dabei um den Druck auch Ihr Geldbörsel geht, der irrt. Denn in den letzten Jahren, da alles immer billiger wurde, haben wir alle zwar vielleicht viel mehr Fleisch gegessen, reicher wurden aber die Firmenbosse und die Gewinne haben sie oft in Steueroasen verschoben. Ja, das könnten sie in Zukunft auch machen – aber nicht mehr so viel, nicht mehr so einfach. Und die anderen erwähnten Konsequenzen gibt es ja auch noch. Die sind fast durchwegs positiv.

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