Noch einmal: Das E-Auto wird uns nicht retten

Josef Zotters Kopfstände | 21. Februar 2020 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wenn es um den Klimawandel und Autos geht, sind die großen Diesel-SUVs oft ein regelrechtes Hassobjekt. Aber nicht nur wegen der Motoren.
 
Es ist eh schon unglaublich, was unser Individualverkehr an Emissionen in die Athmosphäre ballert und ja, wir fahren viel zu viel Auto. Vor allem werden die Motoren immer effizienter, dafür werden die Karren immer größer. Googeln Sie mal einen Original-Mini-Cooper und schauen Sie sich die modernen an.
 
Von der Politik bis zu den Autoherstellern will man uns nun einreden, dass E-Autos, Brennstoffzellen und Co. das neue Ding sind. Endlich mit dem 2,5-Tonnen-SUV umweltfreundlich im Stau stehen, mehr oder weniger.
 
Jetzt komme ich aber wieder mit etwas: Das wird auf Sicht auch nicht viel bringen. Ja, so ein fettes E-SUV mag weniger Dreck in die Luft schleudern. Wenn es stimmt, was die Autobauer sagen, denn da nimmt man es ja gerade im Mutterland des Autos, in Deutschland, eh nicht so genau. Viel wichtiger für jeden selbst ist, was in unsere Lungen geschossen wird. Feinstaub. Der wird für viele Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Lungenkrebs und Diabetes verantwortlich gemacht.
 
Der Feinstaub entsteht aber eben auch beim Bremsen und durch den Abrieb von Reifen. Und so weit ich weiß, brauchen das auch E-Autos.
 
In einer Untersuchung unserer Nachbarn wurde herausgefunden, dass noch vor 30 Jahren tatsächlich der Auspuff Hauptschuldiger war punkto Feinstaub. Das nimmt ab, aber die Reifen sind mittlerweile ein Problem. Die Rechnung: Je dicker die Autos, desto dicker die Reifen, desto mehr Abrieb.
 
Im Winter ist – bei normalem Wetter, nicht bei 20 Grad Anfang Februar – die Feinstaubbelastung besonders hoch und das zeigt dann auch wieder, dass so, wie wir uns individuell von A nach B bewegen, nicht genug Abhilfe gegen die Umweltverpester names Autos geschaffen wird.
 
Gerade deshalb braucht es viel weniger Autos, viel mehr öffentlichen Verkehr. So wie wir derzeit alle durch die Gegend fahren, ob mit Diesel-, Benzin- oder Elektromotor, wird es einfach nicht weiter gehen können.

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