Teureres Fleisch, mehr Geld für Milch? Ja, bitte!

Josef Zotters Kopfstände | 17. Januar 2017 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

In Deutschland soll die Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte erhöht werden. Das Umweltbundesamt möchte so eine Senkung des verminderten Mehrwertsteuersatzes auf Grundnahrungsmittel erreichen.

Das Ziel der Maßnahme ist, die derzeit verminderte Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und öffentlichen Nahverkehr zu senken. Ich halte das für eine gute Sache. Fleisch, und alles was dazu gehört, ist quasi ein Klimasünder, der seinesgleichen sucht.

Nun ist Deutschland anders als Österreich. Die Deutschen erheben nur sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel (und andere Bereiche), der Normsatz wurde unter einigem Getöse 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöht. In Österreich gilt etwa auf Lebensmittel, Medikamente oder Miete ein verminderter Steuersatz von zehn Prozent, die Norm ist 20.

Man kann nun geteilter Meinung sein über solche staatlichen Eingriffe. Inwieweit darf der Staat seine BürgerInnen erziehen? Wo hört die individuelle Freiheit im Sinne des Liberalismus auf, wo beginnt der soziale Staat für alle zu denken? Eine sehr große Frage, die ich hier auch nicht beantworten kann. Es gibt aber wirklich einen Unterschied, ob ich auf ein Produkt zehn oder zwanzig bzw. sieben oder 19 Prozent Steuern zahle.

Abgesehen davon, dass wir heutzutage Unmengen an Fleisch essen, Fleisch, dass ich als Kind noch nicht in der Form zur Verfügung hatte, ist Fleisch eben ein Klimakiller. Da müssen wir uns jetzt alle bei der Nase nehmen, damit unsere Kinder (bzw. die Folgegenerationen) nicht auf einer brühheißen Erde hocken!

Deutschland kann da ein Vorreiter sein. Es ist einfach quasi unbestritten, dass die industrielle Fleisch- und Milchproduktion einen Anteil an der Erderwärmung hat. Und es hilft letztlich auch dem Konsumenten. Wollen wir wirklich jeden Tag Billigstfleisch essen? Oder lieber öfters bewusst genießen?

Und am Ende des Tages, wenn das deutsche Modell Schule macht, werden ja andere Produkte billiger. Eine win-win-Situation in meinen Augen!

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