Wir kommen an einer Ökosteuer nicht vorbei

Josef Zotters Kopfstände | 15. Oktober 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Als Unternehmer freue ich mich eigentlich schon, wenn ich weniger Steuern zahlen muss. Eine Ökosteuer halte ich aber für unumgänglich.
 
Der Planet wird immer heißer. Das ist bekannt und nur Menschen mit einer sehr eingeschränkten Weltsicht ignorieren dieses Thema. Marcus Wadsak, der Wettermann der Nation, twitterte neulich: „2018 war in Österreich das wärmste Jahr in einer 250-jährigen Messreihe. Die letzten fünf Jahre waren global die wärmsten seit Messbeginn.“ Das Bittere: Laut EU-Klimakommissar Frans Timmermanns wird der Klimawandel vor allem die Menschen in den urbanen Zentren treffen. Es werde heißer, das Wasser würde knapp. Den Reichen ist das wurscht. Die werden dann wohl einfach dorthin ziehen, wo es noch kühl ist. Zurück bleiben, anders als in Europa, eher wie beispielsweise in Asien, arme Menschen in den Megacities.
 
Um allem noch halbwegs entgegen zu steuern, braucht es aber eben eine Ökosteuer. Das Wort 'Steuer' kommt ja vom Verb 'steuern'. So kann man den Konsum lenken. Allerdings muss man aufpassen, dass mit einer Ökosteuer in Höhe der Mehrwertsteuer nicht erst recht die ärmeren Schichten getroffen werden. Würde man nun einfach alles mit 15 Prozent besteuern und das in Klimaschutz fließen lassen, dann wird das einem reichen Menschen ziemlich sicher relativ wurscht sein, ob er für ein Produkt statt 100 eben 115 Euro zahlt. Jemand, der am Ende des Geldes noch zu viel Monat hat, den wird das treffen.
 
Insofern müssen hier die Staaten insgesamt eben 'steuern'. Welche Teile unseres Lebens sind besonders unnachhaltig? Es ist eh immer dasselbe: Fliegen, Individualverkehr in fetten Dieselkarossen, Rindfleisch aus Argentinien im österreichischen Supermarkt. Da sage ich ganz ehrlich: Das ist jetzt nichts, was für Menschen aus den unteren Einkommensschichten hoch aktuell ist. Und außerdem sind wir genau aus diesem Grund staatlich organisiert, um den Schwächsten zu helfen, nicht, um nach oben zu verteilen!
 
Mit Ökosteuern können Projekte finanziert werden, die nachhaltiger sind. Segeltransport für Kakao z. B. mehr BAHN statt Auto-BAHN.
Große Klimakiller sind beispielsweise Braunkohlekraftwerke. Die drei größten Braunkohlekraftwerke Deutschlands sind beispielsweise für zehn Prozent der gesamten deutschen Emissionen verantwortlich.

Und darum sage ich ja: Wir brauchen einen internationalen neuen Steueransatz.

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