Wo der Kakao herkommt

Josef Zotters Kopfstände | 29. Juli 2016 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Kakao ist bekanntlich nichts, das zwischen Hartberg und Bregenz wächst. Überhaupt ist der Kakaobaum, man verzeihe, eine etwas zickige Angelegenheit. Das beginnt schon einmal damit, dass er Temperaturen unter 16 Grad Celsius nicht verträgt.

Zudem wächst er nur in ausgewählten Regionen, zwischen dem jeweils 20. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators. Das sind also Länder wie Panama, Nicaragua, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, die Dominikanische Republik, Papua Neuguinea, Indien und der Kongo. Warum diese lange Liste? Nun, weil ich genau dorthin gehe, um die Kakaobohne zu kaufen. Der Rest, von der Bohne zum Riegel (Bean-to-Bar), geschieht dann in der Steiermark.

Wir gehen deshalb vor Ort und schauen uns alles genau an, weil es einfach viel zu viele schlechte Menschen gibt, die alles für die Profitmaximierung machen würden und auch tun. Und ich meine: alles! Manche Konzerne, die Schokolade verkaufen, sind für Kindersklaverei verantwortlich, für Landgrabbing, also der illegalen Aneignung von landwirtschaftlicher Nutzfläche und die pfeiffen, genauer, scheißen, auf Arbeitnehmerrechte.

Das kann man alles nachlesen im „Schwarzbuch Markenfirmen“ von Klaus-Werner Lobo und Hans Weiss. Sie können das gerne für bare Münze nehmen. Das Buch wurde über 200.000 Mal verkauft und die Autoren wurden von den Multis noch nie verklagt.

Zudem wird an den Börsen auf diesen kostbaren Rohstoff gewettet, wie auch auf andere Lebensmittel. Es ist ein schmutziges Geschäft!

Die Firma Zotter macht aber bei diesem „Spielchen“ nicht mit. Höchstpersönlich schaue ich mir die Plantagen an, wo der Kakao angebaut wird, der dann verkauft wird. Es muss nach nachhaltigen Gesichtspunkten angebaut werden und die Bauern müssen ordentlich verdienen, von ihrer Arbeit leben können. Sonst wird keine Bohne mehr gekauft.

Ohne diese strenge, aber auf beidseitigem Einverständnis aufgebaute Kontrolle geht es nicht und soll es nicht gehen. Wie soll man hier im sicheren und schönen Europa genussvoll in die Schoki beißen, wenn sie nicht nachhaltig angebaut und fair gehandelt wird – oder die Schokolade kann ganz schön bitter sein.

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