14.05.2013

Wirtschaft neu durchdacht

Mit dem Buch "Gesichter der Nachhaltigkeit" möchten die Autoren Dr. Alexandra Hildebrandt und Hauke Schwiezer das kulturell tief verwurzelte Wort Nachhaltigkeit vor allem emotional begreifbar machen, indem sie es mit Menschen in Verbindung bringen, die ihm ein Gesicht geben. Binnen weniger Jahre wurde aus einem »gewachsenen« Leitbegriff des deutschen Forstwesens ein Wort mit vielen Bedeutungsinhalten, das spätestens mit der UN-Konferenz von Rio 1992 weltweit bekannt geworden ist.

Ausschnitt aus dem Interview mit Josef Zotter:

Frage: 90 Prozent der Österreicher und 88 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Juli 2010 eine »neue Wirtschaftsordnung«. Was macht Wirtschaft für Sie aus? Wie denken Sie Wirtschaft (neu)?

Josef Zotter: Wenn Sie mich fragen würden, dann würde ich mir auch ein anderes Konsumverhalten wünschen. In der Fragestellung liegt schon das ganze Dilemma. Immer sind die anderen verantwortlich, nur man selbst nicht. Alle wünschen, niemand fängt an. Man müsste mal die Konsumenten fragen, ob sie sich ein anderes Konsumverhalten wünschen. Das fände ich spannender. Ich selbst habe diese Ruhe nicht, ich kann einfach nicht warten, bis mein Nachbar gedenkt, etwas zu verändern. Mir geht es um das Produkt und nicht um Verkaufszahlen und Gewinnzuwächse. Ich bin kein Buchhalter, sondern Chocolatier. Zahlen und Statistiken dominieren die ganze Wirtschaftswelt. Wir sind Gefangene der Zahlen, die eine solche Macht haben, dass sich niemand mehr traut, etwas zu sagen oder zu tun, was nicht im Sinne der Zahlen ist. Das ist absurd! Warum immer diese Wachstumsraten? Wohin soll man wachsen? Wieder 2 bis 5 Prozent zugelegt und das per anno, wozu machen wir das? Ich würde mir wünschen, dass es wieder um den Inhalt geht, und so machen wir das auch bei uns in der Manufaktur.

Das gesamte Interview können Sie hier lesen.

Josef Zotter Statement