Fairer Handel

Fairer Handel & Kakao-Ursprung

Josef Zotter: „Der Nachgeschmack von Schokolade kann sehr bitter sein, wenn man bedenkt, dass Kakaobauern unter härtesten Bedingungen arbeiten, während andere von den Früchten ihrer Arbeit profitieren. Deshalb sind wir beim fairen Handel – nicht um unser Image mit einem Vorzeigeprodukt zu polieren, sondern aus Überzeugung mit unserem gesamten Sortiment.“

Regionales im globalen Zusammenhang. Die Hauptbestandteile der Schokolade wie Kakao und Rohrzucker gedeihen nicht auf den Feldern vor der Zotter Schokoladen Manufaktur. Trotzdem gelten für Zotter die gleichen Maßstäbe. Er will nah dran sein und regionale Qualität. Deshalb kauft Zotter seine Rohstoffe auch bio-zertifiziert und fair gehandelt ein. Seit 2001 reist Zotter regelmäßig in die Kakao-Anbaugebiete. Denn Qualität beginnt beim Rohstoff und Anbau vor Ort. Seinen edlen Kakao bezieht er von ausgesuchten Kooperativen in Peru, Bolivien, Guatemala, Nicaragua, Panama, Ecuador, Belize, Brasilien, Dominikanische Republik, Kongo, Togo und Madagaskar. 

Neues FAIR-Logo

Wir sind 100 % Bio + Fair + Bean-to-Bar und setzen ab dieser Saison unser neues Fair-Handzeichen als Logo ein. Wir werden Mitglied bei der World Fair Trade Organisation (WFTO), die unser Unternehmen als Ganzes nach fairen Richtlinien prüft. 100 % fairer Handel wie früher zu Beginn des fairen Handels, ohne Massenbilanzierung, die wir nicht gut finden.

NEUE WEGE – Unser Bekenntnis zum fairen Handel und zur Transparenz

Die neue Schokoladesaison beginnt – und damit beschreiten wir neue Wege und entwickeln uns weiter, gemäß unserem vollen und ausschließlichen Bekenntnis zum fairen Handel. Fairer Handel kann nur funktionieren, wenn er auch transparent ist und wenn sowohl die Bauern einen fairen Lohn für ihre harte Arbeit erhalten als auch die Kunden am anderen Ende der Wertschöpfungskette die Früchte dieser Arbeit genießen können. 

Zum Genießen braucht es nicht nur ein reines Gewissen, die Schokolade muss auch besser schmecken als konventionelle Alternativen, ansonsten wäre es keine nachhaltige Entwicklung zu verantwortungsbewussterem Konsumverhalten. Deswegen ist es z o t t e r so wichtig, den Ursprung und die Produzenten der Zutaten genau zu kennen, um direkte Handelsbeziehungen aufzubauen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Partner wissen für wen sie produzieren, so entsteht gegenseitiges Vertrauen und wir bekommen außergewöhnlichen Zugang zu den besten Rohstoffen. Eine Win-Win Situation für Alle, sozusagen, vom Bauern bis zum Kunden. Das funktioniert jedoch nur bei physischer Rückverfolgbarkeit und nicht bei Massenbilanzierung.

Massenbilanzierung – Wie sie funktioniert und weshalb wir sie nicht brauchen

Das große Ziel ist es natürlich, dass irgendwann alle Produkte der Welt fair gehandelt werden. Auf diesem Weg geht auch FAIRTRADE in immer breitere Märkte und macht faire Produkte immer mehr Menschen zugänglich, was prinzipiell gut ist. Allerdings werden dadurch auch gewisse Kompromisse notwendig: Massenbilanzierung oder auch Mengenausgleich genannt. Dies bedeutet, einfach gesagt, dass zwar die Menge an benötigten Zutaten, die für ein faires Produkt verwendet werden, auch fair zertifiziert werden müssen, aber nicht zwingend auch physisch im Produkt vorhanden sind, da sie bei der Verarbeitung mit konventionellen (nicht-Fairtrade-zertifizierten) Zutaten gemischt werden können.

Ein Beispiel: Ein Schokoproduzent kauft für 10 Tafeln fairen Kakao ein und für 90 Tafeln konventionellen, nicht-zertifizierten Kakao. Der Kakao wird gemischt, 100 Tafeln produziert, aber nur 10 Tafeln davon tragen das Fairtrade-Logo, obwohl rein rechnerisch in jeder Tafel 10% faire Kakaobohnen stecken und 90% konventionelle.

Das machen wir nicht, mit dieser Praxis können wir als Qualitätsproduzent, dem volle Transparenz zum Kunden wichtig ist, nichts anfangen.
Wir glauben, dass Kunden, die faire Produkte kaufen und dafür auch bereit sind einen etwas höheren Preis zu zahlen, auch wirklich die fairen Zutaten in ihren Produkten bekommen sollten. Zwar wird bei Produkten aus Mengenausgleich eine Zusatzerklärung angebracht, aber das ist für uns zu wenig, wir möchten unseren Kunden eindeutige Klarheit bieten und setzen daher auf das Prinzip der physischen Rückverfolgbarkeit. Damit wir sicherstellen können, dass auch wirklich drin ist, was drauf steht.

Unterschied Massenbilanzierung und 100% fairer Handel mit physischer Rückverfolgbarkeit

Weshalb Zotter großen Wert auf die physische Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe legt und unsere Kritik an der Massenbilanzierung im Fairtrade-System haben wir bereits in der Na(s)chrichten Ausgabe 2016/01 ausführlich thematisiert. Als Ergänzung hier noch eine Grafik, die den Unterschied auf einen Blick darstellt:

Unterschied Mengenausgleich Massenbilanzierung und physische Rückverfolgbarkeit

Neues Fair-Handzeichen – Fairer und direkter Handel, so wie die Fair-Bewegung war, bevor große Konzerne eingestiegen sind 

Daher haben wir uns entschieden, unserer Linie treu zu bleiben und unsere eigenen Wege zu beschreiten, mit unserem eigenen Fair-Handzeichen, welches unsere Prinzipien reflektiert. Zu diesem Zweck sind wir der WFTO (World Fair Trade Organisation) beigetreten, der Dachorganisation des Fairen Handels. Aktuell sind wir kurz vor Abschluss des Auditierungsprozesses. Wir kaufen auch weiterhin FLO-Cert zertifizierte Rohstoffe wie bisher (Kakaobohnen, Kakaobutter und Zucker) ein und dies zu 100 % physisch rückverfolgbar, möchten aber unsere eigenen Akzente setzen, mit unserem eigenen Handzeichen für FAIR ®, welches unsere Prinzipien reflektiert.

Ganzheitlich fair nach den Grundprinzipien der World Fair Trade Organisation (WFTO)

Unser uneingeschränktes Bekenntnis zum Fairen Handel steht für uns dabei außer Frage und ist im neuen Fair-Handzeichen ® dargestellt, denn es belegt die Transparenz und Glaubwürdigkeit von Zotter. Die WFTO ist das einzige globale Netzwerk, das sich aus Akteuren entlang der gesamten Fair-Handels-Wertschöpfungskette – also von der Produktion bis hin zum Verkauf – zusammensetzt. Ziel der WFTO ist es, die Lebensumstände benachteiligter Produzentinnen und Produzenten zu verbessern, indem ihre Marktchancen verbessert werden. Gleichzeitig versucht die WFTO auf politischer Ebene Einfluss zu nehmen, um Handelsbedingungen langfristig zu verändern. Das WFTO-Garantiesystem ist ein Monitoring-System für die Mitglieder, das interne und externe Kontrolle verbindet, und damit die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Fair-Handels-Organisationen erhöht.

Die WFTO prüft ganze Unternehmen, nicht nur einzelne Produkte, und somit sind Mitglieds-Unternehmen wirklich vollständig und zu hundert Prozent fair.

Das Monitoring-System und die 10 Fair-Handels-Standards der WFTO

  • Prinzip 1: Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzent/innen schaffen 
  • Prinzip 2: Transparenz und Verantwortlichkeit 
  • Prinzip 3: faire Handelspraktiken 
  • Prinzip 4: Zahlung eines fairen Preises 
  • Prinzip 5: keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit sicherstellen 
  • Prinzip 6: Verpflichtung zur Nicht-Diskriminierung, Gleichberechtigung und Vereinigungsfreiheit 
  • Prinzip 7: Gewährleistung guter Arbeitsbedingungen 
  • Prinzip 8: Förderung von Kompetenz / Weiterbildung 
  • Prinzip 9: Förderung des Fairen Handels 
  • Prinzip 10: Sorge um die Umwelt

Fairness, faire Preise und Respekt  

Mit seinen Kakaobauern steht z o t t e r in einer partnerschaftlichen Beziehung. Wir wissen, dass Spitzenqualität ihren Preis hat und zahlen dafür Preise weit über dem Weltmarktniveau. Wir vergeben keine Almosen, sondern unterstützen die selbstständige Entwicklung unserer Partner, die von ihrer guten Arbeit gut leben sollen, ganz normal, so wie wir alle das auch selber tun möchten. Wir treten nicht als übermächtige Käufer auf, sondern als Geschäftspartner auf Augenhöhe. Darüber hinaus arbeitet Zotter engagiert mit den Kakaobauern zusammen und fördert aktiv soziale Projekte, um die Qualität der Ernten zu verbessern, Arbeitsprozesse zu optimieren und Edelkakaobestände wie die des Criollos weiter auszubauen und somit auch die Lebenssituationen der Kakaobauern nachhaltig zu verbessern. Qualität ist die Chance für die Kleinbauern, um sich gegen die Massenproduktion am Markt behaupten zu können. Mit Projekten wie „Qualität statt Armut" in Nicaragua, „Kakao statt Kokain" in Kolumbien und „Schokolade macht Schule" in Peru engagierte sich Zotter auch aktiv in Entwicklungshilfeprojekten.

Josef Zotter: „Als kakaoverarbeitender Betrieb tragen wir Verantwortung für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauern in der Dritten Welt. Der faire Handel ist die Chance für die Kleinbauern und PlantagenarbeiterInnen in den Anbauländern. Sie können sich von den schwankenden Weltmarktpreisen emanzipieren und eine gesicherte und selbstbestimmte Existenz aufbauen, in der Kinderarbeit und Ausbeutung der Umwelt Fremdwörter sind.“

Mehr auf www.wfto.com 

Fotos von den Kakaoreisen und Besuchen der Kakaobauern in der Manufaktur