Kakao statt Kokain

Das Problem
Seit den 80er Jahren tobt der Drogenkrieg in Kolumbien. Entführungen, Morde, Gewalt - all das wird durch den Drogenhandel finanziert. Die Guerillaarmee der FARC nutzte zuerst den Kokainhandel als Geldquelle für ihre Kampfaktionen und hat sich mittlerweile zu einem einflussreichen Drogen-Kartell entwickelt.
Die kolumbianische Regierung kämpft gegen das Drogenproblem an. Seit 2002 werden mit Unterstützung von den USA die Kokafelder aus der Luft mit Pflanzengiften zerstört. Jährlich sind das 120.000 Hektar. Der Haken an dieser Taktik: Es werden sofort neue Kokaflächen angelegt und dafür wird massiv Regenwald gerodet. Mit anderen Worten fällt der Regenwald dem Drogenanbau zum Opfer.
Die Chance
Ich hatte mich schon mit dem Gedanken „Kolumbien und Drogen“ abgefunden, was sollte man als einzelner dagegen auch tun, wenn man sich eh nix aus „Schnee“ macht? Und dann bekam ich dieses Projekt auf den Tisch.
Kakao statt Kokain
Die Kokafelder zu zerstören ist eine Sackgasse, wenn man nicht gleichzeitig der Bevölkerung eine legale Einnahmequelle eröffnet. Hier kommen wir auf den Plan.
Die Region Antioquia in Kolumbien eignet sich hervorragend für den Anbau von Kakao. (lt. einer Studie der United Nations Office on Drugs and Crime, kurz UNODC, stieg in dem rund 6 Mio. Einwohner umfassenden Departement Antioquia der Drogenanbau entgegen dem nationalen Trend zwischen den Jahren 2002 und 2006 von 3.000 auf knapp 10.000 Hektar an und macht diese Provinz damit zu einer der größten Kokaregionen des Andenstaates).
Auf 124 ha wurde jetzt auf Initiative der UNODC Kakao angepflanzt. Bewirtschaftet wird der Kakaoanbau von 127 Bauern des Produktionsverbandes ASOMUCAN. Aber dem Kakao fehlt die Qualität und den Bauern das Know-how. So springen wir ins Boot. Wir unterstützen 3 Jahre lang die Bauern beim Kakaoanbau, liefern Know-how, unterstützen die FAIRTRADE-Zertifizierung, schulen sie in administrativen und ökonomischen Tätigkeiten und bieten ihnen einen neuen Absatzmarkt. Das erste Ziel ist, das Erreichen einer hohen Kakaoqualität und anschließend sichern wir den Bauern die Abnahme ihres Kakaos zu. Pro Tonne zahlen wir 3.500 US-$. Das liegt weit über dem handelsüblichen Preis. Die Kakaopreise schwanken, weil Kakao börsennotiert ist. Aktuell brechen die Preise durch den Himmel: 2.300 US$ /t. 2008 gab es die Tonne noch für 1000 US$. Durch die Preiszusage können die Bauern besser planen und es bleibt ein guter Teil des Geldes, um weiter in den Anbau zu investieren.
Der Effekt
Am Ende sollte die Rechnung so aussehen, dass die 214 beteiligten Bauern ihre Lebenssituation deutlich verbessern können, ein gesichertes Einkommen haben und einen Fuß in der Tür zum Weltmarkt. Zudem soll das Projekt einen Schneeball-Effekt auslösen, sodass die 11 umliegenden Gemeinden mit mehr als 1.300 Familien direkt in den Handel mit Kakao und Rohrzucker einsteigen.
Der ökologische Nutzen von „Kakao statt Kokain“ ist auch nicht zu unterschätzen. Denn der Kokaanbau in Antioquia führte über die letzten 9 Jahre hinweg zu extremen Schäden an den natürlichen Ressourcen durch die Abholzung von Wäldern für die Drogenanbauflächen. Durch den Anbau von Kakao, der im Einklang mit anderen Pflanzen und in Wäldern gedeiht, wird der Rodung des Regenwaldes Einhalt geboten.
Wir wiederum profitieren über den öko-soziale Gewinn hinweg, von starken Partnern, die wir durch zahlreiche Besuche vor Ort gut kennenlernen werden, und einer überdurchschnittlich guten Kakaoqualität.
Verantwortung übernehmen
Kolumbiens Vizepräsident Francisco Santos, der selbst einmal Geisel des Drogenbosses Escobar war, hat die Kampagne "Shared Responsibility" (Verantwortung teilen) ins Leben gerufen. Kolumbien wird mit dem Kokainproblem nicht selbst fertig. Die Welt ist aufgerufen Kolumbien zu helfen. Denn konsumiert wird das „weiße Gift“ in den westlichen Industrienationen. Tragt Verantwortung, dass ist ein Aufruf, den wir gern unterstützen!



