Josef Zotter, geboren am 21. Februar 1961 in Feldbach (Steiermark).
Lehre zum Koch/Kellner und Konditor
Josef Zotter ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
1987 Gründung des Familienunternehmens Zotter: Der 26-jährige Josef Zotter beschließt, dass er seine eigenen Ideen umsetzen will. Zusammen mit seiner Frau Ulrike Zotter eröffnen sie die Zotter Konditorei in der Glacisstraße in Graz. Die ungewöhnlichen Kreationen wie „Hanfschnitte“, „Die funny Torte“ und „Käferbohnenroulade mit Koriander“ erwerben regionalen Ruhm. Josef Zotter expandiert und eröffnet drei weitere Filialen.
1992 beginnt Josef Zotter im Hinterstübchen der Grazer Konditorei Schokoladen zu produzieren und erfindet die handgeschöpfte Schokolade, eine Mischung aus Erfindungsgabe und Handarbeit, gefüllt in Schichten und Lagen. Neu ist auch das 70-g-Format und der Schokoüberzug statt dem Würfelbruchmuster. Die Sorten der ersten Stunde: Mohn-Zimt, Kürbiskrokant mit Marzipan, Hanf, Rohkost, Champagner und Grillierte Walnüsse mit Marzipan.
1994 Schokolade und Kunst verschmelzen. Art Designer Andreas h. Gratze verwandelt die Verpackung in kleine Kunstwerke und erfindet humorvolle Titel wie „Für Schlingel“ und „Für Brave“. Die Kunst kam ins Spiel, weil Gratze genug von Werbung hatte, die den Käufer permanent unterfordert. Werbung soll inspirieren und herausfordern. Er schafft es, eine wiedererkennbare Linie mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Stilen und Motiven zu entwerfen. Oftmals landet die Verpackung nicht in der Mülltonne, sondern wird liebevoll gesammelt und aufbewahrt.
1996 muss Josef Zotter Insolvenz anmelden. Drei Filialen werden geschlossen. Das Scheitern wird für ihn zu einer der prägendsten Lebenserfahrungen. 1998 Zotter gibt nicht auf und führt Trinkschokolade in Form von handgeschöpften Schokoladeriegeln als neue Produktserie ein.
Josef Zotter erinnert sich an den Augenblick der Entscheidung: „Entweder die Schokolade oder die Konditorei.“ Da hat meine Frau Ulrike gesagt: „Ja, dann machen wir die Konditorei, weil bei der Schokolade bin ich mir nicht so sicher, ob die wirklich funktioniert.“ „Okay“, habe ich zu ihr gesagt, „dann machen wir die Schokolade.“ (Lacht.)
1999 entschließen sich die Zotters ganz auf Schokolade zu setzen. Im ehemaligen Stall am elterlichen Hof wird die z o t t e r Schokoladen Manufaktur eröffnet.
„Es gab ja nicht einmal ein Schild, aber die Leute haben bei meiner Mutter geklopft und gefragt, ob sie Schokolade kaufen können.“
2001 beginnt Zotter in die Anbauländer zu reisen – Nicaragua, Peru, Bolivien, Brasilien. Er will zum Ursprung, zum Rohstoff und sucht den direkten Kontakt zu den Bauern.
2002 Die Nachfrage steigt und die Manufaktur wird ausgebaut. Diesmal muss Zotter die Leitungen und Fliesen nicht mehr selbst verlegen. Eine topmoderne Manufaktur mit „Running Chocolate“ Verkostungsstation für die Besucher der Manufaktur entsteht. Es geht in Richtung Transparenz, Offenheit und Nähe zum Kunden.
2004 stellt Zotter das gesamte Sortiment auf FAIRTRADE um. Er setzt auf kleinbäuerliche Strukturen, Qualität, direkten Kontakt mit den Bauern und eine partnerschaftliche Beziehung.
„In Ghana und an der Elfenbeinküste arbeiten 200.000 Kinder in der Kakaoproduktion. Das ist unser Thema. Das schmeckt man ja nicht.“
2006 wird das gesamte Sortiment auf Bio umgestellt. Gar nicht so einfach, wenn man so viele unterschiedliche und zum Teil sehr spezielle Zutaten verwendet. Der Kraftakt gelingt – selbst Whisky und Gojibeeren sind BIO.
2007 Erweiterung der Manufaktur zur Bean-to-Bar-Produktion und zum Schoko-Laden-Theater.
Bean-to-Bar: Ein komplettes SchokoladeWerk wird in die Manufaktur integriert. Die Schokoladen entstehen von der Kakaobohne weg. Josef Zotter ist nun einer der wenigen europäischen Bean-to-Bar-Produzenten und der Einzige, der ausschließlich in Bio und Fair Qualität produziert.
Schoko-Laden-Theater: Expedition für Besucher in die Welt der Schokoladen mit diversen Verkostungs- und Informationsstationen und Erlebnisshop. Mehr als 250.000 Besucher zählt die Manufaktur im Jahr. Damit ist Zotter das zweitbeliebteste Ausflugsziel in der Steiermark.
2009 und 2010 eröffnen Zotter Schoko-Läden in Essen (D), Innsbruck (A) und Salzburg (A).
2010 wird Zotter in die renommierte Harvard University eingeladen. Als einziges österreichisches Unternehmen steht z o t t e r jetzt als Fallbeispiel auf dem Lehrplan der Studenten.
2011 eröffnet Zotter den Essbaren Tiergarten als Open-Air-Teil des Schoko-Laden-Theaters. 27 ha Erlebnis-Landwirtschaft, wo Zotter den Besuchern Essen direkt von den eigenen Weiden und Gärten serviert. „Schaut dem Essen in die Augen“, lautet seine Devise. Tiere und Pflanzen sind Lebewesen und keine Produkte. Deshalb wollen wir sie auch mit Achtung und Liebe behandeln. Damit setzt er wie beim Schoko-Laden-Theater auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation.
2012 Josef Zotter besucht mit seiner Familie die burmesischen Flüchtlingskinder in den Lagern in Thailand, die er mit dem Projekt "Schokolade macht satt" unterstützt.
2012 Die Biografie des Querdenkers erscheint. Josef Zotters viertes Buch: „Kopfstand mit frischen Fischen. Mein Weg aus der Krise.“ Die Kindle-Version klettert sogar auf Platz 1 der Philosophie-Biografien bei Amazon.
2012 Der neue Film "Namaste Kakao - in den Kakaogärten Südindiens" läuft im Schoko-Laden-Theater an.
2012 Zotter gehört zu den 8 besten Schokoladenherstellern der Welt. 271 Unternehmen aus 38 Ländern und 2.700 Produkte testete Georg Bernardini für sein Buch „Der Schokoladentester“. Zwei Jahre dauerte die Recherche aus der Zotter als einer der besten Schokoladenhersteller der Welt herausging.
Bernardinis Urteil: „Zotter ist mit Abstand das innovativste Unternehmen in der Schokoladenbranche. Während des Schokoladebooms war das Unternehmen sicher eine der treibenden Kräfte. Die Produkte sind aber nicht nur innovativ, sondern auch qualitativ stets von sehr hohem Niveau. Auch die altbewährten handgeschöpften Schokoladen werden kontinuierlich weiterentwickelt.“
Laut Bernardinis Test ist die Labooko Nicaragua 50% von Zotter die beste Milchschokolade der Welt. Zotters Erdbeer-Schokolade landet weltweit auf Platz 2. Eine Schokolade, die laut Bernardini Maßstäbe setzt. Neben den handgeschöpften Schokoladen überraschen die Nougat-Serie Nougsus und die Pralinen-Serie Biofekt mit Spitzenplätzen im Welt-Ranking.
2013 Das Rückverfolgungsprogramm bietet die totale Transparenz. Damit bekommt jede Schokoladentafel ein Herz und eine Seele.
2013 wird das Open-Air-Flügelkino im Essbaren Tiergarten eröffnet.
2013 eröffnet Zotter ein Schoko-Laden-Theater in Shanghai. Die Schokolade wird weiter in Österreich produziert und nach China geliefert. Seine Tochter Julia Zotter (25) geht nach China und übernimmt dort die Leitung. Sie hat ohnehin ein Faible für das Land und spricht die Sprache fließend. Verkauft wird in China über den Online-Handel.
Michael Zotter (24) bleibt vorerst in Österreich und übernimmt die Leitung von Produktgruppen wie FlatIce und Mi-Xing bar, der Schoko-Wunschmaschine, mit der sich Kunden aus 99 verschiedenen Zutaten eine eigene Schokolade kreieren können.
Tochter Valerie (6) nimmt derweil die Tiere im Streichelzoo in Obhut und ist für das Eiersammeln verantwortlich.
Ulrike Zotter managt auch weiter das Unternehmen, sonst würde die Biografie hier endgültig enden.