Unternehmen Achtsamkeit

10.01.2014

Der steirische Schokoladenhersteller Zotter produziert Schokolade von der Bohne weg (bean-to-bar) ausschließlich in Bio- und Fair-Qualität. Mit diesem Konzept hat Zotter sogar als Case Study Eingang in den Lehrplan der Harvard Universität gefunden.

Der Artikel "Unternehmen Achtsamkeit" von Otto Raich führt achtsame Unternehmen wie Sonnentor, Grüne Erde und Zotter als Beispiele eines neuen Wirtschaftsbewusstsein auf und zeigt darüber hinaus, wie man durch Achtsamkeit über sich selbst heraus wachsen kann.

Neue Wege in der Wirtschaft

Der Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems und die darauf folgende Krise mit der immensen Vernichtung von Kapital, steigender Arbeitslosigkeit und Armut haben gezeigt, dass das Vertrauen auf die selbstregulierende Wirkung des freien Marktes bei gleichzeitiger Rücknahme staatlicher Kontrolle (sprich der Neoliberalismus) nicht funktioniert. Bis heute bemühen sich die Staatengemeinschaften, die losgelassenen Bullen und Bären des Kapitalismus wieder einzufangen, die frei wütende Profitgier in den Griff zu bekommen und neue Regeln zu finden. Auf der anderen Seite zeigt sich allerdings ein Silberstreif am Horizont. Immer mehr Menschen durchschauen und verstehen die Dynamik und Funktionsweise des Systems, erkennen darin eigene Handlungsspielräume und entwickeln Strategien der Veränderung. Das Bewusstsein für Werte wie Menschenwürde, für die Endlichkeit von Ressourcen, für Ökologie und Nachhaltigkeit steigt. Mitarbeitermitbestimmung oder -beteiligung und Gesundheitsförderung im Betrieb gehören in vielen Unternehmen längst zum gelebten Alltag.

Mit einem kritischeren Einkaufsverhalten können wir nicht nur Veränderungen bei Anbietern und im System bewirken – im Sinne von „Ursache und Wirkung“ hat es auch einen großen Einfluss auf unsere eigene Entwicklung. Der deutsche Soziologe Ulrich Beck schreibt: „Der schlafende Riese Konsument erwacht und verwandelt den Kaufakt in eine Abstimmung über die weltpolitische Rolle der Konzerne, die diese mit ihren eigenen Waffen ,Geld‘ und ,Nicht-Kauf’ schlägt.“ Und auch der Soziologe Jörn Lamla von der Universität Jena ist überzeugt, dass aus politischem Konsum politisches Handeln entstehen kann: Wenn nämlich der Konsum nicht als private Angelegenheit verstanden wird, sondern wenn er eine öffentliche, normbildende Dimension bekommt.

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