10 Jahre Bio-Zertifizierung bei Zotter

Bean-to-Bar | 22. September 2016 | Florian Figl

Josef Zotter

Vor 10 Jahren begann Zotter mit der Bio-Zertifizierung seiner Schokoladen. Mittlerweile ist das gesamte Sortiment zu 100% auf Bio – und Fairtrade – umgestellt. Für Konsumenten bedeutet die Bio-Zertifizierung von Lebensmitteln die Gewissheit, dass diese nach klaren, gesetzlichen Richtlinien erzeugt und verarbeitet werden. Und dass das selbstverständlich auch kontrolliert wird. Gleichzeitig steht „Bio“ aber auch für den Schutz unserer Lebensgrundlage und Gentechnik-freie Landwirtschaft bzw. Produktion.

In diesem Beitrag gehe ich näher darauf ein, warum wir als Zotter bei diesem Thema kompromisslos agieren und was konkret hinter einer Bio-Zertifizierung aus Unternehmenssicht steckt.

Warum setzt Zotter auf 100% Bio?

„Für uns war es wichtig, kein Spartenprodukt mit Bio-Label herzustellen, sondern ganzheitlich, sprich das gesamte Sortiment, umzustellen. Da wir von Beginn an auf Qualität und Regionalität gesetzt und auf Konservierungsmittel, künstliche Aromen und dergleichen Glanzstoffe der Chemie-Industrie verzichtet haben, war Bio für uns ein konsequenter Weg.“, so Josef Zotter.

Woran erkennt man zertifizierte Bio-Produkte?

Bio-Produkte müssen natürlich auch als solche gekennzeichnet werden, damit sie von Konsumenten von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft unterschieden werden können. Jedes echte Bio-Produkt ist am „Bio-Hinweis“ und an der „Bio-Kontrollstelle“ als solches erkennbar. Um es dem Konsumenten etwas einfacher zu machen, tragen viele Bio-zertifizierte Produkte ein deutlich sichtbares Bio-Logo als „Erkennungszeichen“. In Österreich sind die bekanntesten das EU-Bio-Logo, das Bio Austria Logo und das AMA-Biozeichen.

EU-Bio-Logo

Das neue EU-Bio-Logo mit einem „Sternenblatt“ auf grünem Hintergrund muss seit Juli 2010 verwendet werden und ist somit auch auf allen Zotter Schokoladen zu finden. Es garantiert die Qualität von Bio-Lebensmitteln, die nach den Richtlinien der EU-Bio-Verordnung hergestellt werden. Neben der Einhaltung einer genauen Größenvorschrift bei der Verwendung des Logos müssen auch der sogenannte Kontrollstellencode (bei Zotter „AT-BIO-402“) und die Herkunftsbezeichnung („Österreichische bzw. EU-/Nicht-EU Landwirtschaft“) angegeben werden.

Leider ist bei Bezeichnungen wie „aus umweltgerechter Landwirtschaft“, „aus naturnahem Anbau“ oder „aus kontrolliertem Anbau“ Vorsicht geboten. Das hat mit „Bio“ nämlich selten etwas zu tun, denn momentan sind nur die Worte „bio“ und „ökologisch“ gesetzlich geschützt und garantieren somit die Bio-Herkunft.

Wer kontrolliert eigentlich Zotter?

In Österreich gibt es sieben vom Bundesministerium zugelassene Bio-Kontrollstellen. Diese führen die Erst- und Jahreskontrollen von Unternehmen durch, die um eine Zertifizierung ansuchen. In unserem Fall ist es das Lacon Institut mit Sitz in Oberösterreich, das uns jährlich prüft und anschließend ein Bio-Zertifikat ausstellt bzw. dieses erneuert.

Von wem ein Bio-Produkt zertifiziert wurde, ist übrigens am Bio-Kontrollcode erkennbar, der bei Bio-Produkten verpflichtend dabeistehen muss. Bei „AT-BIO-402“ steht 402 also für das Lacon Institut.

Bio-Zertifikat

Was wird bei der Bio-Zertifizierung kontrolliert?

Ein sehr umfangreicher Teil der Bio-Zertifizierung entfällt auf die Kontrolle der Dokumente: So werden jährlich die Bio-Zertifikate von sämtlichen Lieferanten überprüft, auf denen z.B. der Verweis auf die EU-Richtlinie zur Bio-Verordnung inklusive Nummer (834/2007) angeführt sein muss. Ebenso die explizite Auflistung der Rohstoffe, für die das Zertifikat gilt. Außerdem werden die Checklisten zur Wareneingangskontrolle, die Zollpapiere und der Warenfluss kontrolliert.

Da wir naturgemäß mit vielen Lieferanten (u.a. Kakao- & Zucker-Kooperativen) außerhalb der EU zusammenarbeiten, muss bereits beim Import kontrolliert werden, ob die Bio-Zertifizierungsstelle vor Ort von der EU anerkannt wurde. Andernfalls stellt meine Kollegin aus der Einkaufsabteilung einen Antrag bei der steirischen Landesregierung, die uns eine Importgenehmigung erteilt. Bei den Zollpapieren sind vor allem die Kontrollbescheinigungen wichtig, da hier vom Zoll bestätigt wird, dass es sich um Bio-Rohstoffe handelt. Alle Importe werden von Zotter zudem im Voraus an Lacon gemeldet.

Die physische Rückverfolgbarkeit ist bei uns EDV-gestützt möglich und erleichtert somit die Nachvollziehbarkeit des Warenflusses. Auch dieser wird – stichprobenweise – kontrolliert.

Neben den Dokumenten werden aber auch die Rohstoffe in unserem Lager (erneut) kontrolliert, z.B. in Form einer Stichproben-Prüfung auf Pestizide. Im Rahmen der Schädlingsbekämpfung gibt es genaue Vorgaben, welche Mittel eingesetzt werden dürfen – denn auch diese müssen bio-konform sein!

Der landwirtschaftliche Bereich rund um und im Essbaren Tiergarten wird auf Spritzmittel kontrolliert, ebenso werden die Futtermittel der Tiere und die gesamte Fleischverarbeitung geprüft. Auch in der Gastronomie bzw. in unserem Restaurant Öko-Essbar wird selbstverständlich kontrolliert: Stimmt das, was eingekauft wurde, auch damit überein, was letztendlich verkocht wurde?

Wie häufig wird kontrolliert?

Die Bio-Zertifizierung wird jährlich kontrolliert bzw. erneuert. Dabei dauert die Jahreskontrolle, die hauptsächlich die Dokumentenprüfung umfasst, zwei ganze Tage. Die zusätzlichen Stichprobenkontrollen, die auch unangekündigt erfolgen können, benötigen in der Regel einen zusätzlichen Tag.

Fazit

Eine Bio-Zertifizierung ist also mit einigem Aufwand verbunden, weshalb klar sein dürfte, dass Bio-Produkte in der Regel mehr kosten. Dafür gehen wir aber auch in der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten keine Kompromisse ein. Durch die umfassenden Maßnahmen, die in diesem Rahmen getroffen und kontrolliert werden, ist „Bio“ für uns als Unternehmen auf jeden Fall mehr als nur ein „Pickerl“!

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