Das Elektroauto wird uns auch nicht retten

Josef Zotters Kopfstände | 11. Mai 2018 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wissen Sie wie viele Leute in ein Diesel-Schleuder-SUV passen? Meistens fünf. Wissen Sie wie viele Leute in ein Elektroauto passen? Auch fünf. Ein Dilemma.

Ich habe mal eine Frage an Sie: Wie viele Stunden am Tag fahren Sie mit Ihrem Auto? Ich denke, selbst ambitionierte Pendler oder FreiberuflerInnen werden da kaum auf mehr als zwei, drei Stunden kommen. Wer mobil arbeitet, bekommt meistens ohnehin ein Firmenauto. Noch eine Frage: Wie viele Menschen sitzen denn so in der Früh in den Autos rund um Sie herum? Kaum ein Auto wird voll besetzt sein.

Worauf ich hinaus will: Die Kiste steht die meiste Zeit eh nur rum, egal ob mit stinkendem Diesel oder mit Batterien, die Seltene Erden brauchen, die nicht zufällig so heißen, ist auch egal. Rechnen wir mal durch. Ein Jahr hat 365 Tage, macht 8.760 Stunden, bei fünf Wochen Urlaub und noch zwei Wochen Feiertage steht Ihr Auto selbst bei zwei Stunden täglichem Arbeitsweg 94 Prozent der Zeit einfach nur rum und wenn Sie es benutzen, sind Sie auch noch selten voll besetzt. Ach, auf Urlaub geht es auch noch? Na gut, dann steht das Auto halt 90 Prozent der Zeit herum.

Wir sehen, dass das Elektroauto auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es verschiebt ein Problem nur, wenn irgendwann jeder statt dem Verbrennungsmotor einen Elektromotor hat.

Vielleicht müssen wir das Thema neu denken und Autos zumindest zum Allgemeingut machen, so dass nicht mehr jeder eines haben muss. Es braucht da einen ganz anderen Ansatz, weil ich glaube auch nicht, dass wir die gesamte Energie, die wir heutzutage verbrauchen, aus erneuerbarer Energie gewinnen werden können.

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