Die Pest, Vanille und Madagaskar

Josef Zotters Kopfstände | 13. August 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Immer wieder liest man vom Ausbrechen der Pest in Madagaskar. Ein viel größeres Problem aber ist unser Hunger nach Vanille.
 
Rund vier Fünftel der weltweiten Vanille kommt aus Madagaskar. Ein Kilo ist dabei mit über 600 Euro teurer als Silber. Der Preis steigt, wir lesen aber hauptsächlich davon, dass in Madagaskar die Pest wütet. Die Menschen sterben auch daran, obwohl es heilbar wäre; vielen fehlt das Geld, um zu einer Ärztin zu gehen. Der Treppenwitz aber ist, dass in Madagaskar derzeit viel mehr Menschen am weltweiten Hunger nach Vanille sterben als an der Pest. Ein trauriges Beispiel dafür, wie unsere Welt heute funktioniert.
 
Denn Vanille zu verkaufen, bringt eben Geld. Am meisten für die Händler.  Darum wird freilich auch oft Vanille gestohlen. Wer erwischt wird, wird gleich erschossen – darum sterben im Moment auch viel mehr Menschen an der Gier nach Vanille als an der Pest. Sogar von bewaffneten Dorfmilizen wird berichtet, die die Felder schützen sollen. Der Preis steigt zwar weiter, aber der Bauer bekommt kaum etwas davon. Denn um den Diebstahl vorzubeugen, ernten viele Bauern vorab. Das drückt den Erlös aus der Ernte wieder nach unten, auch die Ernte allgemein wird geringer ausfallen. "Wir erwarten eine Ernte mit einer 20 bis 25 Prozent geringeren Menge als im Vorjahr", wird der Chef von Madagaskars Vanille-Exportverband, Georges Geeraerts, gegenüber der APA zitiert.
 
Darum haben wir den Knochenpest ChocoShot entwickelt. Mit Vanille und Kakao aus Madagaskar, Knochenessenz um die Sinne zu schärfen, dazu noch das sogenannte, rein pflanzliche „Diebes-Öl“. Das wirkt desinfizierend und verhindert die Übertragung der Pest. Wir wollen einfach ein Statement setzen und darauf aufmerksam machen, dass hier Dinge im Argen liegen. Und ja, auch das kann Schokolade.

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