Make Klimaschutz sexy again

Josef Zotters Kopfstände | 30. August 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Die Zeitungen sind gegenwärtig voll mit der bevorstehenden Klimakatastrophe. Ich glaube, dass die Menschen irgendwann überfordert sind, es interessiert dann nicht mehr und man wendet sich ab, weil man "eh nix tun kann".
 
Jahrzehntelang wurde vor dem Klimawandel gewarnt, vor allem von Wissenschaftlern. Ignoranz war global gesehen unsere Reaktion. Es war uns einfach wurscht. Wir schippern  billig produzierte Waren quer durch die Welt, fahren größere Autos, die Weltreisen werden immer länger in kürzeren Abständen, verbrennen nach wie vor Kohle und so weiter. Wir Menschen verwenden in der Landwirtschaft Pestizide, Herbizide und synthetische Dünger ohne Ende. Mittlerweile spüren auch unsere Kinder diese schweren Fehler ganz genau.
 
Was passiert nun? Das habe ich schon öfters geschrieben: Es fängt bei uns an, etwa weniger Plastik, weniger Autofahren, Glasschüsseln statt Plastik, mit dem Zug statt dem Flieger in den Urlaub, Bio einkaufen. Alles so weit bekannt.
 
Der Punkt aber ist, dass wir nun einmal in einer kapitalistischen Welt leben. Da stehen auch wir Unternehmer im Fokus - ohne Umsatz und Gewinn gibt es keine Unternehmen. Denn eine Firma die im Wettbewerb steht, ist nun einmal schneller darin, diese Dinge umzusetzen. Der Kunde muss es auch verlangen. Und ich registriere das ebenso. Ich kenne einige Unternehmer, die da fix dabei sind, nachhaltiger zu sein, weil es unsere Kunden wollen. Und die PR- und Marketing-Abteilungen müssen da auch nachkommen und tun das auch.
 
Insofern braucht Klimaschutz durchaus auch Marketing. So wie alles andere eben auch. Es braucht positive Beispiele, die nicht unbedingt nachzeichnen, dass wir auf etwas verzichten. Es muss sexy sein, dass man sich um Klimaschutz kümmert.
 
Das klingt jetzt ganz blöd, aber wenn man den Menschen nun nur erzählt, wie schlimm es sein wird und wie sehr wir unser Leben einschränken müssen, dann wird man eben drauf reagieren, wie man auf sowas reagiert: Man findet es doof, wie ein kleines Kind. Anfangen sollen die anderen.
 
Wir müssen den Menschen verkaufen, wie lässig es ist, unser Leben nachhaltiger zu gestalten. Es ist halt cool, mit dem Nachtzug zu fahren. Man fühlt sich besser, wenn man gesünder isst. Radfahren ist gut für den Körper. Ein nachhaltiger Strohhalm schaut besser aus als einer aus Plastik und so weiter. Das muss eben lässig, leiwand und positiv konnotiert werden. "Sexy" eben.

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