Nachhaltig leben ist die neue Freiheit

Kopfstände | 05. Juli 2018 | Redakteur

Gastbeitrag von Marcella Müller von get on your way

Wer sagt eigentlich, dass ein nachhaltiges Leben Verzicht mit sich bringt? Ich sage: Nachhaltig zu leben hilft nicht nur der Umwelt, sondern es trägt auch zum persönlichen Glück bei und bringt mehr Freiheit, Zeit und Selbstbestimmung.

Nachhaltig reisen Urlaub in der Heimat
photo: Marcella Müller / get on your way

Wer sich für das Thema Nachhaltigkeit interessiert, wird sich früher oder später mit dem eigenen Konsum beschäftigen. Wo kommen die Produkte her, die ich kaufe? Unter welchen Bedingungen werden sie angebaut oder hergestellt und vor allem: Wie viel brauche ich eigentlich, um glücklich zu sein?

Seitdem ich mir diese Fragen stelle, gehe ich viel achtsamer durch diese Welt. Ich bin dankbar dafür, dass ich zwischen unendlich vielen Produkten und Lebensmitteln wählen kann und merke gleichzeitig: Viel brauche ich nicht, um glücklich zu sein. Und das, was ich kaufe und konsumiere, kann ich viel mehr genießen, wenn ich weiß: Es ist fair produziert und enthält keine Giftstoffe oder Pestizide – schließlich ist das für mich selber am Ende auch viel besser.  

Nach und nach habe ich in den letzten Jahren immer mehr meiner Lebensbereiche nachhaltig gestaltet. Heute lebe ich ohne eigenes Auto und fahre stattdessen gerne und oft Fahrrad, kaufe viele Dinge – ob Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte – gebraucht und setze auf reparieren statt neu kaufen. Und immer deutlicher merke ich: Ich werde dadurch unabhängiger von Geld und Besitz und gewinne mehr Freiheit und Zeit – zum Beispiel zum Reisen.

Auch meine Art zu reisen hat sich verändert, seitdem ich die Umwelt mit einbeziehe: Anstatt jedes mal per klima-belastendem Flug in die Ferne zu schweifen, nehme ich mir immer wieder kleine Auszeiten vor der Haustür. Wer sich auf den Weg macht und die Natur in der eigenen Umgebung erkundet, wird erstaunt sein, was es auch ganz in der Nähe alles zu entdecken gibt.

Vor meiner Haustür liegt zum Beispiel ein Waldgebiet mit vielen kleinen Seen. Wenn ich dort bei Sonnenuntergang sitze und der Blick über das Wasser schweift, fühle ich mich manchmal wie im Kanu-Urlaub in Schweden. Wir sollten uns viel öfter die Zeit für so einen kleinen Urlaub vor der Haustür nehmen und dadurch Muße und Genuss in unseren Alltag bringen.

Wenn es doch mal weiter weg gehen soll, erkunde ich am liebsten Europas vielfältige Natur und Kultur per Zug und Bus. Entspannt dasitzen und sehen, wie die Landschaft draußen vorbeizieht und sich verändert – das entschleunigte Reisen schärft den Blick für die kleinen Dinge und fühlt sich nach Abenteuer und Freiheit an. 

Ich bin überzeugt, dass wir alle unser Leben Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten können und damit gleichzeitig unseren eigenen Weg zu mehr Freiheit finden!

Gastautorin Marcella Müller

Über die Gastautorin

Marcella ist Redakteurin beim Reise- und Umweltmagazin Anderswo und schreibt auf ihrem Blog www.getonyourway.de über nachhaltiges Reisen und gesellschaftlichen Wandel. Sie möchte Menschen dazu inspirieren, ihren eigenen Weg zu einem nachhaltigen Leben zu finden – im Alltag und auf Reisen.

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