Warum ich trotzdem nachhaltig reisen kann

Kopfstände | 13. Juli 2017 | Georg Sander

Sommerzeit, Reisezeit. Wer es sich leisten kann, macht Urlaub. Aber verpestet das nicht die Umwelt, ist sinnloses Geldverbrennen? Nein, weil es geht auch nachhaltig.

Ich denke oft darüber nach, ob es gerecht ist, auf Urlaub zu fahren. Während doch so viele Menschen auf dieser Welt leiden. Mein Gedankenkreis schließt sich an dem Punkt, an dem ich es aufs Individuelle runter brechen kann: Würden alle so machen. Global gesehen bleibt die Geschichte problematisch, und da sind wir schon bei der Frage: Wie nachhaltig kann reisen sein?

Grundsätzlich muss man sich da an der eigenen Nase nehmen. Fliegen ist für die Umwelt echt schlecht. Bus und Bahn sind viel klimaschonender. Aber das ist alles auch einen finanzielle Frage, das Flugzeug ist oft sehr billig für mich als Endverbraucher und ich komme schnell wohin. Hier muss man wohl eine Absage an sich selbst stellen, wenn man weit reisen will.

Ich finde, es geht dann sehr stark um mein Verhalten vor Ort. Wie gehe ich mit den Menschen um? Wie gehe ich mit den Ressourcen um? Denn Tourismus ist ein Geschäft, das vielen Menschen die Existenz sichert. Zerstöre ich die Umwelt vor Ort oder respektiere ich die Natur? Esse ich bei Großketten, die die Umwelt zerstören oder bei lokalen Betrieben, die lokale Produkte verkaufen? Wie sieht die Menschenrechtslage aus?

Nachhaltigkeit ist also keine reine CO²-Rechnung, sondern vielmehr eine Haltung. Bleiben wir bei der Prämisse, dass eh jeder Mensch reisen würde, wenn sie oder er es sich leisten kann, dann sollte man bei der Planung und vor Ort die Fragen des letzten Absatzes beantworten können. Ich denke, und das entnehme ich auch einigen Websites in der Recherche, mit meiner eigenen Haltung schon viel bewirken. Es geht um Anstand und Respekt den Menschen und der Natur vor Ort gegenüber.

Wenn ich schon mit dem Flugzeug irgendwohin düse, dann muss ich ja nicht noch der Geilheit halber beim Fastfoodrestaurant essen und mit dem Quad durchs Naturschutzgebiet stürmen, danach kein Trinkgeld geben, weil ich die Kultur des Landes nicht verstehe. Nachhaltig reisen geht ja doch irgendwie.

Georg Sander

Über den Gastautor

Der ausgebildete Volksschullehrer und Journalist arbeitete und arbeitet seit sechs Jahren für verschiedene Medien. Das Soziale, Nachhaltigkeit und unsere Umwelt liegen ihm besonders am Herzen. Gedanken zu diesen und anderen Themen veröffentlicht er gerne unter @sander_georg auf Twitter.

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