"Ready for Takeover" - Spirit of Styria über die Unternehmensnachfolge bei Zotter

Artikel im steirischen Wirtschaftsmagazin SPIRIT of Styria, anlässlich der Unternehmensnachfolge durch Julia Zotter, erschienen in der Print-Ausgabe April / 2026, Text: Wolfgang Schober

Unternehmensnachfolge im Fokus: In der Steiermark steht eine Welle an Betriebsübergaben an – nicht nur für betroffene Unternehmen existenziell, sondern für den gesamten Standort relevant. Was braucht es für eine gelingende Nachfolge und welche Stolpersteine gilt es zu vermeiden? "SPIRIT of Styria" blickte der prominentesten Nachfolge des Jahres, der Zepterübergabe im Hause Zotter, über die Schulter und fragte Expertinnen und Experten nach ihren Dos und Don'ts einer Betriebsnachfolge. Der Auftakt zu einer Serie.

Es wurlt in der Hütte. Full House im Schoko-Laden-Theater. Im Zotterschen Schokoversum in Bergl sprudelt nicht nur frische Schokolade, sondern auch ein reger Besucherstrom. Wir blicken in hunderte verzückte Gesichter großteils junger Menschen. Mehr als 2.000 sind es insgesamt an diesem Tag mitten in der Karwoche. So wie an vielen Tagen im Jahr. Die Besucher pirschen mit einem Kostlöffel in der Hand von Station zu Station oder schlendern im Freien durch den "Essbaren Tiergarten". Auch die Masterminds der steirischen Genusspilgerstätte sind in der Menge auszumachen. Mittendrin: Ikone Josef Zotter beim Schmähführen mit Besuchern und Tochter Julia hinter der Verkaufsbudel im Shop, wo sie an der Kassa aushilft. In Summe: Keine Spur von Zäsur. Kein sichtbares Anzeichen für eine Revolution. Dabei ist seit ein paar Wochen einiges anders im Hause Zotter. Eine neue Zeitrechnung: Anfang März reichte Josef Zotter das Zepter an seine Tochter weiter – die 38-Jährige hält nun als Geschäftsführerin den Schöpflöffel offiziell in der Hand. "Der Übergang war nahtlos – es war weder ein Bruch noch ein Cut", erklärt Julia Zotter. "Wir sind seit eh und je ein Familienunternehmen, das alle wichtigen Fragen gemeinsam entscheidet. Das wollen wir auch weiter so halten", betont die neue Chefin, die sich schon seit Teenagertagen für das Unternehmen begeistern konnte. "Spätestens als mein Vater vor mehr als 20 Jahren die Entscheidung traf, in die Bean-to-Bar-Produktion und damit in Bio und fairen Handel zu investieren, war ich überzeugt, dass meine Zukunft im Unternehmen sein wird." "Umgekehrt haben meine Frau und ich bei allen großen Investitionen immer darauf geachtet, dass unsere Kinder die Entscheidungen voll mittragen können. Ansonsten hätten wir gar nie in der Form investiert", so der Chocolatier, der dem Nachwuchs auch die belastenden Seiten des Unternehmertums nie vorenthalten wollte. "Das Unternehmen saß bei uns seit jeher mit am sonntäglichen Mittagstisch", so der Firmengründer. Das Interesse der Kinder habe er immer gespürt. "Aber das allein ist zu wenig – es braucht auch das Unternehmer-Gen. Als ich gesehen habe, dass es vorhanden ist, war das für mich die größte Freude." "Was mich am meisten freut, ist, dass alle Geschwister bereit sind, sich ins Unternehmen einzubringen und mitzugestalten", so Julia Zotter. "Als Geschäftsführerin habe ich zwar die Letztverantwortung, aber auch mein Bruder Michael trägt als Chef unseres IT-Bereichs, den er selbst aufgebaut hat, große Verantwortung für den Betrieb. Und auch bei Valerie, unserer jüngsten Schwester, zeichnet sich ein Einstieg ins Unternehmen ab."

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Mehr Freude als Last der Verantwortung: Julia Zotter übernimmt von Josef Zotter.Mehr Freude als Last der Verantwortung: Julia Zotter übernimmt von Josef Zotter.