Dynamic Pricing? Sollten Sie kennen!

Josef Zotters Kopfstände | 01. März 2018 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wann denken Sie, shoppen Menschen? Am Abend! Untertags sind online und zum Teil auch schon in normalen Supermärkten diverse Produkte billiger. Dynamic Pricing heißt das und Sie sollten es kennen.

Viele Unternehmen meinen, untertags würden eher Menschen shopppen, die keiner „normalen“ Arbeit nachgehen. Der echte Leistungsträger freilich arbeite von acht Uhr in der Früh bis 20 Uhr am Abend und kann deshalb erst später richtig Geld ausgeben. Geld, das er oder sie auch in Fülle hat, weil eben viel gearbeitet wird. Insofern sind wir alle Dodeln, wenn wir - vor allem online – am Abend shoppen. Denn da ist es meistens teurer.

Dynamic Pricing ist das Zauberwort. Eigentlich ist es etwas Unschuldiges aus der Schublade der Verkäufer. Ist die Nachfrage für ein Produkt hoch, steigt der Preis. So weit, so logisch. Dass sich das Ganze aber zum Teil nach den Tageszeiten richtet, ist etwas neuer. Mag sein, dass Online-Shops abends mehr verkaufen, weil dann die, die Geld haben, shoppen gehen. Das hilft aber jenen KleinverdienerInnen nichts, die auch erst abends einkaufen können. Sei es im Online-Shop oder im Supermarkt oder wo auch immer.

Es gibt Beobachtungen, die zeigen, dass die Preise zum Teil um satte 20 Prozent schwanken. Machen wir ein Extrembeispiel: Das mittlere Einkommen unselbständiger Erwerbstätiger beträgt laut Statistik Austria im Monat knapp 1.700 Euro. Das ist der Medianwert. 50 Prozent verdienen mehr, 50 Prozent weniger. Laut einer Untersuchung geben wir im Monat durchschnittlich für den täglichen Konsum 570 Euro aus. Da sind Essen, Trinken, Genusswaren wie Alkohol & Tabak sowie Bekleidung mit dabei; alles im Durchschnitt. Würden wir jetzt stets zu dem Handel wichtigen Zeiten mit dem 20-Prozent-Aufschlag einkaufen, würden wir im Jahr fast 1.400 Euro mehr ausgeben – weil es den Verkaufsmenschen und ihrem Dynamic Pricing halt so passt.

Na, und jetzt stellen wir uns vor, was wir „Deppen“ um 1.400 Euro alles kaufen könnten. Sicherlich, es geht auch nach unten, man kann auch sparen. Aber glauben Sie wirklich, dass das im Interesse der Unternehmen ist? Ich mag Dynamic Pricing nicht und wir machen das auch nicht.

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