Friss oder stirb: Die Großen werden immer größer!

Josef Zotters Kopfstände | 18. Januar 2018 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wagen wir ein kleines Experiment: Denken Sie an ein Smartphone, an eine Suche im Internet, eine Frühstücksschokocreme, einen Lippenbalsam oder ein soziales Netzwerk.

Dass uns allen dazu nicht nur ein Produkt einfällt, sondern auch eine Marke, zeugt zunächst von gutem Marketing dieser Firmen. Aber es ist auch nicht ungefährlich. Riesige Unternehmen etwa aus der Öl-, Pharma-, Auto- oder Nahversorger-Branche weisen jährlich Umsätze aus, die höher sind als das Bruttoinlandsprodukt europäischer Länder wie Österreich oder Ungarn! Das gibt ihnen eine unglaubliche Macht.

Durch unzählige „Mergers“ (dt.: Verschmelzungen) werden die Konzerne immer riesiger und decken ein immer größeres Produktfeld ab. Es ist gar nicht so sehr an den Haaren herbei gezogen, dass ein Konzern, der für hippen Espresso bekannt ist, einen gesamten Speiseplan für Kinder, Erwachsene und medizinisch Bedürftige auf die Beine stellt.

Oder in anderen Worten, beziehungsweise anhand eines anderen Beispiels: Wie in einer Studie, die das Wirtschaftsministerium 2016 heraus gegeben hat, erwähnt wird, decken zwei Nahversorger zwei Drittel des heimischen Marktes ab, 96 Prozent fallen auf die größten fünf Player am heimischen Markt. Sehen wir uns dieses Beispiel und die Auswirkungen genau an:

Wir gehen alle einkaufen und sind nun in Österreich fünf Nahversorgern 'ausgeliefert', deren Waren zu kaufen. Aber auch wir kleineren und mittelständischen Unternehmen sind von diesen Playern abhängig. Neben den bei allen bekannten Marken kurz vorm Endverbraucher gibt es dann noch Zulieferer, Großeinkäufer, die auch eine beinahe bedenkliche Größe erreicht haben, die aber kaum wer kennt.

Und wenn ein Unternehmen dann einmal eine gewisse Größe erreicht hat, kann es beinahe machen, was es will – wir kommen dem Konzern nicht aus. Friss oder stirb, im beinahe wahrsten Sinn des Wortes. Das gilt für Sie und für mich und andere kleine und mittelständische Unternehmen gleichermaßen. Sicherlich, die Multis arbeiten im besten Fall eh für die Menschen. Aber am Ende des Tages wollen alle Gewinne erwirtschaften. Und können dabei fast machen, was sie wollen.

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