Gebt uns eine öffentliche Erreichbarkeit

Josef Zotters Kopfstände | 01. Oktober 2019 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager

Wer zum Zotter will, der muss mit dem Auto kommen. Das ist mein Problem, aber betrifft eigentlich einen Großteil des öffentlichen Raums.
 
270.000 Besucher kommen im Jahr zu uns und es gibt keine regelmäßige Busverbindung vom Bahnhof Feldbach nach Bergl, schon gar nicht an Samstagen oder zu Ferienzeiten. Das sind acht Kilometer und deshalb ersticken wir gewissermaßen in Parkplatznot. Nicht einmal eine Schülergruppe kann uns ohne Reisebus erreichen, obwohl wir da sehr gute Angebote haben, die sich an den Fahrplänen orientieren können.
 
Aber es geht ja nicht nur um meine kleine Welt, sondern auch die Betriebe hier bei uns in der Gegend. Oder viel mehr um viele Betriebe in ganz Österreich, im gesamten ländlichen Raum auf der lieben, großen und weiten Welt.
 
Wir sprechen immer von Klimaschutz, aber statt den öffentlichen Verkehr auszubauen und billiger zu machen  werden lieber um Milliarden Autobahnen gebaut, damit sich die Menschen vom Zuhause am Land in die großen und kleineren Zentren stauen können. Dabei wäre es den meisten Menschen wohl ziemlich egal, ob sie von Bergl nach Feldbach pendeln oder nach Graz.
 
Der Umwelt vermutlich nicht, weil das sind nach Feldbach halt sieben, acht Kilometer, nach Graz 60.
 
Diese Berechnungen lassen sich in ganz Österreich anstellen. Wenn es lokalere, öffentliche Verkehrsknotenpunkte gibt, dann kann man dort Betriebe ansiedeln. Vielleicht zuerst einen Kiosk, einen Supermarkt, dann vielleicht einen Anwalt und einen Fließenleger. Der Witz an der Sache ist, dass dann weniger Menschen stundenlang durch die Gegend pendeln müssen. Auch meine Mitarbeiter können kaum öffentlich zur Arbeit kommen.
 
So eine öffentliche Anbindung würde Feldbach helfen, den Kollegen von der Fromagerie, dem Noom Craft Beer, Routkers und allen anderen in der Region. Mir geht es da nicht um mich – die Namen und die Region kann man da beliebig austauschen.
 
Und am Ende des Tages kann man sich dann einmal ausrechnen, wie viele Tonnen CO2 gespart werden, wenn man zu mir mit den Öffis kommt. Und an alle anderen Orte auch.

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