Schädlinge im Garten? Bitte keine Chemiekeule!

Kopfstände | 29. Juni 2017 | Georg Sander

Jetzt, da der Sommer endlich da ist, können wir ernten, was wir gesät haben. Egal ob eine Basilikumpflanze am Fensterbankl, eine Tomatenstaude am Balkon oder im Garten. Aber wer Pflanzen hat, kennt auch Schädlinge. Käfer, Blattfäule und sonstige Dinge vergällen einem das Garteln. Viele Menschen greifen dann zur Chemiekeule.

Dank des Internets kann ja alles ergoogelt werden. So gibt es auch hunderte, tausende, wahrscheinlich Millionen von Websites, wo es gute Tipps gibt, wie man Schädlingen im Garten auf relativ natürliche Art und Weise beikommt. So kann man etwa Pilze auf Pflanzen mit einem Tee aus Zwiebel und Knoblauch vorbeugen oder eine Vielzahl an Blattläusen mit einfachem Küchenöl vertreiben.

Viele handelsübliche Präparate, die im Baumarkt meistens versperrt hinter Glas oder Gittern angepriesen werden, enthalten Neonicotinoide, was eigentlich ein Nervengift ist oder sonstiges Zeug, das für den Menschen, Tiere und die Natur echt schädlich ist. In normalen Gartenmärkten sind derartige Präparate leicht zu kaufen. Dann werden diese Dinge oftmals leider auch falsch dosiert, wie diversen Medienberichten zu entnehmen ist. Pestizide und Herbizide sagen ja nicht: Oh, hier sind die Läuse/Pilze, auf die gehen wir. Sie wirken unspezifisch.

Zwar macht die Dosis das Gift, aber stellen wir uns einmal vor, wenn in jedem zehnten Garten – das sind so die Statistiken – alle möglichen Herbizide und Pestizide verwendet werden. Es gibt sehr viele Gärten in Österreich! Das ergibt schon eine ziemliche Umweltbelastung, die von diversen Nichtregierungsorganisationen angeprangert wird. Und da rede ich jetzt nicht von endlosen Monokulturen, die per Flieger gespritzt werden. Sondern vom Garten der Nachbarn – oder dem eigenen.

Auch mich ärgern Pilzbefall und Schädlinge, die mir meine mühsam gehegten und gepflegten Zier- und Nutzpflanzerl kaputt machen wollen. Aber sie gehören eben nun einmal dazu. Darum logge ich mich lieber ein, lese diverse Bücher, bevor ich irgendwas auf meine Tomaterl spritz', was im Baumarkt nur hinter Glas und Gitter verkauft wird.

Georg Sander

Über den Gastautor

Der ausgebildete Volksschullehrer und Journalist arbeitete und arbeitet seit sechs Jahren für verschiedene Medien. Das Soziale, Nachhaltigkeit und unsere Umwelt liegen ihm besonders am Herzen. Gedanken zu diesen und anderen Themen veröffentlicht er gerne unter @sander_georg auf Twitter.

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