Wo kommt dein Essen eigentlich her?

Kopfstände | 30. Mai 2017 | Georg Sander

Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Und meistens muss ich mir antworten, dass ich es nicht weiß. Dabei ist es doch so einfach!

Die Käfighaltung von Legehennen ist in der Europäischen Union nicht verboten, die heimischen Supermärkte aber setzen auf nachhaltigere Haltung der Tiere. Was aber, wenn wir nun erfahren, dass wir die Produkte der Legehennen aus Käfighaltung trotzdem essen? Denn die Eier aus den Legebatterien befinden sich dann oftmals in industriell hergestelltem Essen, also etwa in Tiefkühlprodukten.

Während wir im Supermarkt meistens zumindest in der Theorie nachgoogeln könnten, wo (vor allem) das Fleisch herkommt, wird es eben bei Fertigprodukten schwierig. Dabei, das sage ich als viel arbeitender Mensch, den es oft nicht freut zu kochen, ginge es eben auch anders. Zunächst einmal mit selber kochen. Es gibt Abermilliarden von Gerichten, die sich in derselben Zeit zubereiten lassen, die es dauert, bis die TK-Pizza aus dem Rohr fertig ist.

Dazu muss man eben wissen, wo es gutes Essen, von dem man weiß, wo es herkommt, zu kaufen gibt. Googelt man nun wiederum „Ab Hof Verkauf Österreich“, dann liefert die Suchmaschine über 800.000 Ergebnisse. Man muss es nur finden.

Supermärkte gibt es in Österreich an jeder Ecke, ab-Hof-Verkauf nicht. Meine Lösung: Ein Großeinkauf in der Woche. Da zahlt sich dann vielleicht auf die Fahrt raus aus der Stadt aus, selbst wenn es per Zug ist. Ganz ohne Supermarkt geht es nicht, aber bei Fleisch, Obst oder Gemüse zahlt es sich richtig aus, auf Bauernmärkte oder direkt zu den Bauern zu fahren.

Fakt ist leider, dass das alles Zeit braucht. Das ist mir bewusst, aber umgekehrt denke ich mir mittlerweile, dass es mich doch sehr interessiert, was ich so täglich in mich reinstopfe. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht hin und wieder Junkfood und Co. esse. Aber ich achte eben mit ein bisschen Einsatz meiner Zeit darauf, was ich sonst so esse. Denn beim Bauern meines Vertrauens ist die Wahrscheinlichkeit nun einmal höher, dass das Essen nicht auf eine Weise produziert wird, die ich eigentlich ablehne.

Georg Sander

Über den Gastautor

Der ausgebildete Volksschullehrer und Journalist arbeitete und arbeitet seit sechs Jahren für verschiedene Medien. Das Soziale, Nachhaltigkeit und unsere Umwelt liegen ihm besonders am Herzen. Gedanken zu diesen und anderen Themen veröffentlicht er gerne unter @sander_georg auf Twitter.

Instagram

Facebook