Mein eigenes FAIR-Handzeichen für Fairen Handel

Josef Zotters Kopfstände | 13. September 2018 | Josef Zotter

Josef Zotter im Kakaobohnenlager
Fair-Logo

Wir bei Zotter lassen uns jetzt unser eigenes FAIR-Handzeichen patentieren – damit sich genau nachvollziehen lässt, wo unsere Rohstoffe herkommen. Physische Rückverfolgbarkeit ist unser Weg. Damit die Kommunikation, was Qualität betrifft, auf Augenhöhe besser funktioniert, und auch das Geld direkt zu den Bauern fließt.

Der Kakaobauer ist ein Mensch wie Sie und ich. Das wird oft vergessen. Der steht in der Früh auf, macht sich Kaffee, geht zur Arbeit, holt seine Kinder von der Schule (wenn es eine gibt) und schaut am Abend Fußball. Und freilich will er für seine Arbeit nicht übers Ohr gehauen werden. Dass Letzteres nicht passiert, versuche ich mit meinem eigenen FAIR-Handzeichen sicherzustellen.

Denn egal ob der Kakaobauer aus Peru, Afrika oder Madagaskar stammt: Wir können die Menschen nicht bis zum letzten ausbeuten und uns dann wundern, wenn sie sich auf den Weg machen und hier in Europa Arbeit suchen. Das regt mich in der gesamten Flüchtlingsdiskussion so richtig auf. Weil irgendwann werden gewisse Länder so ausgeblutet sein – und daran sind „wir“ schuld – dass wir gar nicht mehr alle Boote irgendwohin zurück schicken können, selbst wenn wir das wollten.

Darum können wir eben nicht nur Schokolade um 99 Cent essen oder Fleisch um 1,99 das Kilo. Denn unter welchen Bedingungen werden denn alle Rohstoffe hergestellt, die dazu führen, dass wir es hier kuschlig und billig haben. Und so nebenbei auch noch immer weniger verdienen. Es ist ja nicht so, dass bei uns das Geld auf den Bäumen wächst.

Mit meinem eigenen FAIR-Handzeichen, welches unsere Prinzipien und die der WFTO reflektiert, möchte ich Bewusstsein schaffen. Denn was sind viele andere Siegel? Sehr oft nur ein Mindeststandard! Wir wollen aber nicht immer nur das billigste, mindeste, den kleinsten gemeinsamen Nenner. Mit unserem Handzeichen sorgen wir dafür, dass alle, die an der Herstellung der Schokolade beteiligt sind, etwas davon haben. Am Ende kommt ein genialer Geschmack heraus, wo man nur ganz wenig davon Essen muss. Das ist das billigste überhaupt.

Es kann eben nur so gehen: Miteinander. Gemeinsam wollen wir fair arbeiten, damit Sie eine leckere Schokolade auf den Tisch bekommen, die Sie mit gutem Gewissen essen können. Ohne sich dabei darüber Gedanken machen zu müssen, dass in der Herstellung jemand zu Schaden kommt.

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